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Wirtschaft

Jet-Treibstoffmangel: Flugpreise stiegen unweigerlich

Experten warnen vor Kostensteigerungen und langfristigen Engpässen im europäischen Luftverkehr

Willie Walsh, Leiter der Internationalen Luftfahrtorganisation, erklärte, dass steigende Kosten für Kerosin die Luftfahrten in den Sommermonaten unweigerlich verteuern würden. Er betonte, dass Fluggesellschaften die zusätzlichen Kosten langfristig nicht aufnehmen konnten. Obwohl einige Fluggesellschaften aufgrund schwacher Nachfrage ihre europäischen Tarife kürzlich senkten, sah Walsh keine Möglichkeit für die Träger, die Mehrkosten zu absorbieren. Er warnte jedoch davor, in Bezug auf potenzielle Kerosinmängel im Sommer in Panik zu verfallen und glaubte, dass weitreichende Flugausfälle vermieden werden könnten.

Walsh erläuterte, dass die Kosten für Kerosin stark gestiegen waren, insbesondere durch die Unterbrechungen, die durch den Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Israel im Iran verursacht wurden. Die faktische Schließung des Hormusstraits, einer wichtigen Schifffahrtsroute, hatte die Kosten für den Flugtreibstoff in die Höhe getrieben. Er bemerkte, dass die Auswirkungen dieser Störungen auf das nächste Jahr spürbar blieben. Er argumentierte, dass es unvermeidlich sei, dass die hohen Ölpreise sich in höheren Ticketpreisen widerspiegelten.

Die Abhängigkeit des Vereinigten Königreichs und Europas von Importen des Flugtreibstoffs aus dem Nahen Osten zwang die Länder dazu, nach alternativen Lieferquellen zu suchen. Die Europäische Union gab kürzlich an, dass es keinen regulatorischen Grund gäbe, US-Kerosin für europäische Fluggesellschaften zu verwenden, sofern die Einführung sorgfältig gemanagt wurde. Der Energiekommissar der EU bestätigte, dass zwar keine unmittelbare Bedrohung der Kerosinversorgung bestand, aber langfristige Engpässe möglich seien.

Die Regierung ergriff temporäre Regeländerungen, die den Fluggesellschaften erlaubten, Passagiere verschiedener Flüge auf weniger Flugzeugen zusammenzufassen, um Treibstoff zu sparen. Dennoch warnte Walsh davor, dass die Engpässe auch bis 2027 andauern könnten. Er betonte, dass die Hauptproblematik in der zeitlichen Abstimmung lag: Man erwartete eine Steigerung der Flug- und Treibstoffanforderungen in den Monaten Juli und August im Vergleich zu März. Sollte keine ausreichende alternative Versorgung gefunden werden, drohten Mängel während der Hauptsommerzeit.

Unabhängig davon meldete die Luftfahrtgesellschaft Cirium, dass in diesem Monat 296 Abflüge von britischen Flughäfen gestrichen wurden. Parallel dazu kündigte das Innenministerium an, dass Kinder im Alter von acht und neun Jahren ab dem 8. Juli bei der Rückkehr aus dem Ausland E-Gates nutzen konnten. Die Regierung glaubte, dass dadurch bis zu anderthalb Millionen weitere Kinder die Möglichkeit zur Nutzung der E-Gates erhielten.

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