Der malaysische Finanzier Jho Low, eine zentrale Figur im milliardenschweren Skandal um den Staatfonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB), suchte Berichten zufolge eine Amnestie vom US-Präsidenten Donald Trump. Low stand vor mehreren Anklagen wegen Korruption und Geldwäsche in den Vereinigten Staaten und Malaysia, da er eine wesentliche Rolle bei der Veruntreuung von mindestens 4,5 Milliarden Dollar aus dem 1MDB-Fonds spielte. Dieser Skandal galt als einer der größten Finanzbetrügereien der Welt, bei dem Milliarden von Dollar aus dem inzwischen aufgelösten Staatswohlfahrtsfonds verschwanden, und er begann 2015 zu entfalten.
Low lehnte die Vorwürfe stets ab, und sein Verbleib blieb unbekannt. Kürzlich reichte Low einen Antrag auf Amnestie ein, der, wenn er erteilt wurde, die US-Strafanzeigen gegen ihn beseitigen sollte. Die Wall Street Journal berichtete am Dienstag über diesen Antrag und zitierte Personen, die mit der Angelegenheit vertraut waren. Eine offizielle Stelle des Weißen Hauses erklärte jedoch, dass Lows Bitte nicht auf ihrem Radar lag.
Die Website des US-Justizministeriums listete einen ausstehenden Antrag auf „Amnestie nach Vollendung der Strafe“ unter Taek Jho Low auf, der in diesem Jahr eingereicht worden war. Johari Abdul Ghani, Vorsitzender einer malaysischen Taskforce, die versuchte, Gelder und Vermögenswerte zurückzuholen, die mit 1MDB weltweit in Verbindung standen, forderte die Ablehnung der Bitte und schlug vor, dass die USA stattdessen Malaysia bei der Suche nach Low für weitere Ermittlungen unterstützten. Johari erklärte, er sei gegen die Amnestie, da er sich nicht über Gespräche zwischen Low und Malaysia bezüglich der Rückgabe von Vermögenswerten informierte.
Malaysia hatte temporär eine Interpol-Rote-Karte gegen Low aufgehoben, welche ihn nahezu überall auf der Welt zur Festnahme gemacht hätte, um die Rückführung signifikanter Vermögenswerte in das Land zu erleichtern. Im Jahr 2019 schloss die USA eine Vereinbarung, um etwa 1 Milliarde Dollar von Low zurückzugewinnen, wobei der Flüchtige dem Verzicht auf eine Privatjet und hochwertige Immobilien in Beverly Hills, New York und London unter anderem zustimmte. Der malaysische Premierminister Anwar Ibrahim teilte im Jahr 2023 mit, dass die Regierung mit anderen Ländern verhandelte, um Lows Rückkehr zu beschleunigen, er nannte jedoch die beteiligten Nationen nicht.
Behörden hatten zuvor angenommen, dass Low in China befand, obwohl Peking dies bestritt. Die anhaltenden Ermittlungen bezüglich der Vermögenswerte und der genauen Position des Finanziers blieben somit im Fokus der internationalen Aufmerksamkeit.