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Kultur

Journalist tritt Walkley-Gremium zurück nach Kritik

Streit um Berichterstattung und Zugriff auf sensible Unterlagen

Der Journalist Richard Guilliatt trat aus dem Gremium der Walkley-Auszeichnungen zurück. Diese Entscheidung erfolgte nach der Ablehnung von Beschwerden bezüglich seines Podcasts durch die Walkley Foundation. Die Stiftung verlieh stattdessen eine Mid-Year-Medienpreis an die Kritikerin Nina Funnell. Funnell gewann den Preis für eine Reihe von drei Artikeln in news.com.au über eine Überlebende sexueller Gewalt, die von ihren eigenen Eltern über vierzehn Jahre misshandelt worden war.

Die Berichte Funnells enthielten Anschuldigungen, dass Guilliatts Podcast für The Australian die Überlebende zutiefst erschüttert hatte. Der Podcast, betitelt „Shadow of Doubt“, thematisierte, dass der Veteranenjournalist ihre Eltern im Gefängnis interviewte und die Angelegenheit als „schwerwiegenden Rechtsmissbrauch“ darstellte.

Guilliatt erklärte gegenüber der Guardian Australia, er sah diese Entscheidung als unhaltbar an. Er reichte einen Brief an die CEO der Walkley Foundation, Shona Martyn, und kündigte seine Rücktritt als Walkley-Richter an. Er äußerte sein Bedauern darüber, dass der Preis an die medialen Berichte verliehen wurde, welche die Beschwerden ausgelöst hatten.

Die Beschwerden stammten von Personen, die Funnells Berichterstattung lasen und die behaupteten, der Podcast habe Zugriff auf Notizen aus der Beratung und psychiatrischen Behandlung der Überlebenden. Eine der von der Guardian Australia aufgeführten Beschwerden besagte, Guilliatt habe eine „extrem voreingenommene“ Sichtweise präsentiert und die Serie als „Abfall-Podcast“ bezeichnet.

Martyn antwortete auf die Beschwerden, dass das Gremium keine inhaltlichen Beurteilungen über die journalistische Arbeit einzelner Richter treffen konnte und keine weiteren Maßnahmen in Bezug auf Guilliatts Position im Gremium ergriffen würden. Guilliatt zeigte sich zufrieden mit der „vernünftigen Entscheidung“, keine weiteren Schritte gegen ihn zu unternehmen. Er trat jedoch sofort zurück, da er enttäuscht war, dass die Preise an die medialen Berichte verliehen wurden, welche die Beschwerden hervorgerufen hatten.

Die Überlebende teilte der Guardian Australia mit, dass Guilliatts Behauptungen über Fehler und Fehlinformationen in ihrer Berichterstattung falsch seien. Sie erklärte, dass keine Korrekturen vorgenommen worden seien und keine Notwendigkeit bestünde.

Die Rücktritt des Journalisten erfolgte fast vier Monate nach der Enthüllung, dass die Überlebende ihre Stille brach und Funnell darüber informierte, dass sie von Guilliatts Interview ihrer Eltern für seinen Podcast zutiefst betroffen war. Ihre Privatsphäre wurde gestört, als The Australian die Aufzeichnungen ihrer sexuellen Gewaltberatung, die im Rahmen des Verfahrens angefordert worden waren, zugänglich machte. The Australian verteidigte den Zugriff auf diese Unterlagen als journalistische Berichterstattung im öffentlichen Interesse.

JournalismusMedienethikWalkleyPodcast

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