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Politik

Journalist verurteilt zu zehn Jahren Haft wegen Vergewaltigung einer Kollegin

Urteil im Zusammenhang mit politischer Vendetta und Kritik an der Rechtsstaatlichkeit

Ein indisches Gericht verurteilte Tarun Tejpal, den ehemaligen Herausgeber der investigativen Nachrichtenmagazin Tehelka, zu zehn Jahren Haft. Tejpal wurde wegen Vergewaltigung einer jüngeren Kollegin verurteilt, nachdem seine frühere Freispruchentscheidung angefochten worden war. Die Verurteilung erfolgte durch das Bombay High Court, welches das Urteil des erstinstanzlichen Gerichts aufhob und die Strafe festlegte.

Tejpal wurde im November 2013 in Goa beschuldigt, eine Journalistin in einem Aufzug eines fünf Sterne Hotels zu vergewaltigen. Er war zunächst sieben Monate in Haft, bevor das Oberste Gericht ihm eine richterliche Entlassung gewährte. Im Jahr 2021 hatte ein Gericht in Goa Tejpal wegen Vergewaltigung, sexueller Belästigung und unrechtmäßiger Freiheitsbeschränkung freigesprochen.

Die Regierung von Goa stellte diesen Freispruch vor das Bombay High Court. Dieses Gericht hob den Beschluss des erstinstanzlichen Gerichts auf und verhängte die zehnjährige Haftstrafe. Die Polizeiermittlerin Sunita Sawant, die den Fall gegen Tejpal führte, teilte den Journalisten mit: „Er wurde zu zehn Jahren strenger Haft verurteilt. Er erhielt zwei Wochen Zeit, sich niederzulassen.“ Das Gericht verordnete zudem eine Geldstrafe in Höhe von 3.900 Pfund.

Tejpal äußerte seine Absicht, die Verurteilung vor dem Obersten Gerichtshof anzufechten. Er hatte zunächst die Anschuldigung auf einen „Fehler im Urteilsvermögen“ zurückgeführt. Später behauptete er jedoch, der Fall sei Teil einer politischen Vergeltung durch die Regierung der Bharatiya Janata Partei (BJP) in Goa. Er erklärte, die Partei verfolgte ihn seit dreizehn Jahren als Teil einer politischen Vendetta.

Der Fall entfaltete sich zu einem Zeitpunkt, als Indiens Umgang mit Vergewaltigungsfällen unter intensiver Beobachtung stand. Die Verurteilung von Tejpal schädigte die Autorität und Glaubwürdigkeit von Tehelka, einem Magazin, das historisch für Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit stand. Das Magazin operierte unter neuer Leitung, doch es schaffte es nicht, den Einfluss zurückzugewinnen, den es vor dem Vorfall von 2013 besaß.

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