Ein neues Survey ergab, dass ein Viertel junger Afrikaner glaubte, Kürzungen der US-Hilfe könnten positiv ausfallen. Die Umfrage besagte, dass der Verlust ausländischer Gelder Führung dazu zwinge, ihre eigenen Herausforderungen anzugehen und zu lösen. In Ghana und Nigeria waren fast die Hälfte der jungen Menschen im Alter von achtzehn bis vierundzwanzig Jahren optimistisch, wobei Liberia mit 37 Prozent nicht weit dahinter lag. Eine weitere Zehntel (elf Prozent) der jungen Menschen äußerten Unsicherheit über die Auswirkungen, so der afrikanischen Jugendumfrage, die fast fünftausend Personen in sechzehn der fünfzig anerkannten Länder des Kontinents befragte.
Die Trump-Administration verkündete Anfang 2025 die Eliminierung von über neunzig Prozent der ausländischen Verträge der US-amerikanischen Entwicklungsagentur sowie von 60 Milliarden Dollar an gesamter US-Unterstützung weltweit. Die ausländische Hilfe der Vereinigten Staaten sollte eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung von Armut, Hunger und Ungleichheit weltweit spielen. Gleichzeitig reduzierten auch andere Länder wie Großbritannien, Frankreich und Deutschland ihre Hilfsbudgets. Das Vereinigte Königreich verkündete im Februar 2025, dass das Hilfsprogramm von 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 0,3 Prozent im Jahr 2027 gesenkt wurde, was das niedrigste Niveau als Prozentsatz des nationalen Einkommens seit Beginn der Aufzeichnungen darstellte. Das Ziel der Vereinten Nationen lag bei 0,7 Prozent.
Die jüngere Bevölkerung Afrikas stellte eine besondere Dynamik dar: Sie bildete 70 Prozent der Subsahara-Region unter dreißig Jahren, und das Medianalter des Kontinents betrug neunzehn Jahre und sechs Monate. Bis 2030 würde Afrika über 40 Prozent der Weltjugend beherbergen. Die plötzlichen Kürzungen der Entwicklungsagentur stießen auf öffentlichen Unmut und Widerstand von Entwicklungsorganisationen und humanitären Organisationen. Diese Maßnahmen führten zur Schließung lebenswichtiger Dienste, darunter Mütterkliniken, und zu Engpässen bei Medikamenten, während UN-Organisationen darum kämpften, Mittel für ihre humanitäre Arbeit zu finden. Die Unsicherheit war besonders hoch in Mosambik (siebzig sechs Prozent), Kenia (sechzig drei Prozent) und Ruanda (sechzig drei Prozent), wo die Jugend empfand, dass die Kürzungen die am stärksten gefährdeten Mitglieder der Gesellschaft unverhältnismäßig betrafen.
Fast die Hälfte der afrikanischen Jugend (vierundsechzig Prozent) glaubte, dass die Schließung der Entwicklungsagentur negative Auswirkungen auf ihre Länder hätte, wobei Gesundheitsdienste und Krankheitsprävention als die am stärksten betroffenen Bereiche angesehen wurden. Diese Besorgnis entsprang dem Gefühl, dass die Hilfe nicht den richtigen Zwecken diente und dass die jüngere Generation das Gefühl hatte, dass sie selbst handeln könne. Sie sahen die Hilfe als demütigend an und erkannten, dass die jüngere Generation politisch aktiver war und ihre Führungskräfte zur Rechenschaft ziehen wollte.
Organisationen wie Adeso, die sich der Reduzierung der Abhängigkeit von Hilfe widmeten, bemerkten, dass die Kürzungen zwar auf „höchst verantwortungslose und unmenschliche“ Weise vollzogen wurden, aber eine signifikante Gruppe junger Menschen eine positive Entwicklung sah. Sie erkannten, dass die jüngere Generation die Verantwortung für die Bedürfnisse ihrer Gemeinschaften trug und die Führungskräfte die Pflicht hatten, diese zu erfüllen. Die Jugend wandte sich auch an afrikanische Vorbilder, wie den Militärführer Ibrahim Traoré aus Burkina Faso, der sich als pan-afrikanische Figur darstellte, die westlicher Imperialismus und Neokolonialismus bekämpfte. Diese Beispiele motivierten junge Menschen dazu, zu protestieren und zu fordern: „Wir brauchen keine Hilfe, wir haben genug Ressourcen in unserem Land und unsere Führer müssen anders handeln.“