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Politik

Jugendliche Australierinnen befürchteten Wohnungsmarkt mehr als Klima oder Jobsuche

Studie enthüllte tiefe Skepsis gegenüber Politik und Medien

Eine aktuelle Studie zeigte, dass junge Australierinnen und Australier weitaus mehr Angst vor der Erschaffung einer eigenen Wohnung empfanden als vor dem Klimawandel oder der Suche nach einer beruflichen Perspektive. Die Forschungsergebnisse enthüllten zudem ein tiefes Misstrauen gegenüber politischen Parteien, politischen Akteuren und den Medien. Diese Erkenntnisse stellten die Annahme in Frage, dass jüngere Menschen von gesellschaftlichem und politischem Leben abgelenkt seien.

Die Untersuchung, die im Rahmen der Studie „Growing Up in Australia“ durchgeführt wurde, verfolgte etwa zehntausend Kinder und Familien seit dem Jahr 2004. Die Befragten, die nun im frühen Erwachsenenalter verortet waren, erlebten eine Zeit großer sozialer und wirtschaftlicher Umbrüche sowie eine verschärfende Klimakrise. Die jüngsten Resultate, die vom australischen Institut für Familienstudien veröffentlicht wurden, fokussierten auf das zivile Engagement und die politische Wahrnehmung.

Von den Befragten meldeten fast drei Viertel von insgesamt 4.168 Teilnehmern, dass sie „ziemlich besorgt“ oder „sehr besorgt“ waren, bezüglich der Möglichkeit, eine Wohnung zu erwerben. Die nächsthäufigsten Sorgen betrafen globale wirtschaftliche Probleme und den Klimawandel. Die Befürchtung, einen Beruf in ihrem Fachgebiet zu finden, betraf nur knapp vierzig Prozent der Befragten.

Die Umfrage untersuchte erstmals gezielt das zivile Engagement und die politische Beteiligung. Die Ergebnisse bestätigten die Notwendigkeit politischer Anpassungen, wie sie die Albanese-Regierung bei der Lockerung von Steuervergünstigungen für Immobilieninvestoren vornehmen wollte. Die politischen Akteure argumentierten, dass diese Schritte notwendig seien, um Vertrauen aufzubauen und eine Enttäuschung über das politische System zu beheben, welche Wähler zu populistischen Richtungen drängte.

Das Vertrauen in die politischen Institutionen zeigte sich gering. Nur fünfzehn Prozent der Befragten äußerten „viel Vertrauen“ oder „etwas Vertrauen“ in Politiker und politische Parteien. Das Vertrauen in traditionelle Nachrichtenmedien lag bei nur achtzehn Prozent. Im Gegensatz dazu waren Krankenhäuser (achtundsechzig Prozent), Wissenschaftler (siebzigfünf Prozent) und die Polizei (sechsundsechzig Prozent) die am meisten vertrauenswürdigen Institutionen.

Trotz dieser Skepsis verhinderte das Misstrauen die Beteiligung nicht. Über achtzig Prozent der Teilnehmer unterzeichneten in den letzten fünf Jahren eine Online-Petition zu einer Regierungspolitik oder Entscheidung. Zudem nahmen dreißig eins Prozent an Demonstrationen oder Kundgebungen teil, und fast sechzig Prozent schlossen sich einer sozialen Mediengruppe an, die sich für soziale oder politische Themen einsetzte. Die leitende Autorin der Studie, Dr. Ebony Biden, betonte, dass diese Befunde das Stereotyp der politischen Entfremdung junger Menschen widerlegten und die aktive Beteiligung in verschiedenen Formen belegten.

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