Der Vater eines 17-jährigen Jugendlichen aus Guinea, der nach einer Verhaftung wegen Prüfungsbetrugs an Sichelzellenkomplikationen starb, erklärte, er gebe den Behörden die Schuld für seinen Tod. Mamadou Djouma Bah wurde nach seiner Inhaftierung in ein Krankenhaus verbracht, wo sein Gesundheitszustand rapide verschlechterte und er schließlich unter der Obhut seines behandelnden Arztes verstarb, so der Staatsanwalt. Der Vater, Mamadou Saliou Bah, forderte eine Untersuchung und betonte, dass sein Sohn während der Detention keine angemessene medizinische Versorgung erhielt.
Sichelzellenanämie ist eine lebenslange Erkrankung, die bei Menschen afrikanischer Abstammung verbreitet ist. Sie entsteht durch einen fehlerhaften Gen, welcher zu unregelmäßig geformten roten Blutkörperchen führt, die sich in den Blutgefäßen verstopfen konnten. Diese Verstopfungen verursachten schmerzhafte Episoden und erhöhten das Risiko für schwere Infektionen oder Anämie, bei der die roten Blutkörperchen nicht genügend Sauerstoff transportieren konnten. Ein Mangel an Blutzirkulation konnte Organschäden verursachen.
Der Jugendliche wurde am 15. Juli bei der nationalen Abschlussprüfung in Guinea mit anderen Schülern in Verbindung mit dem Missbrauch seines Telefons erwischt. Zwei Tage später verurteilte das Gericht ihn wegen des Betrugs und verhängte eine sechsmonatige Freiheitsstrafe, von denen fünf suspendiert wurden. Er verbrachte seine kurze Haftstrafe in Kindia, etwa 137 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Conakry, als seine Gesundheit nachließ.
Als der Vater seinen Sohn im Krankenhaus besuchte, äußerte sich der junge Mann leidend. Er sagte ihm, er könne sich nicht richtig atmen und flehte ihn an. „Vater, ich sterbe“, sagte er. Dies waren seine letzten Worte. Der Jugendliche verbrachte zwei Tage im Krankenhaus, bevor er entlassen wurde und zu Hause starb.
Der Bildungsminister Alpha Bacar Barry äußerte sich tief betroffen und übermittelte sein aufrichtiges Beileid an die Familie. Gleichzeitig rief die Organisationen für Menschenrechte zu einer unabhängigen Untersuchung der Umstände seines Todes und zur Verfolgung der anderen Schüler auf. Studenten demonstrierten am Mittwoch gegen die Inhaftierungen ihrer Klassenkameraden und forderten deren Freilassung. Der Vater betonte, dass die jungen Menschen die Zukunft des Landes seien und forderte die Behörden auf, die anderen Inhaftierten freizulassen, bevor sie ebenfalls ihr Leben verloren. Der Verlust des Sohnes und der Zukunft wurde als irreparabel empfunden.