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Politik

Jugendproteste schwächten Modi: Aktivist berichtete an die BBC

Hungerstreik und Forderungen nach Bildungsreformen setzten die Regierung unter Druck

Die jüngsten Jugendproteste schwächten den indischen Premierminister Narendra Modi erheblich, berichtete der führende Aktivist Sonam Wangchuk. Wangchuk erklärte, dass die Massendemonstrationen eine Veränderung in der politischen Atmosphäre bewirkten, welche zur Rücktritt des Bildungsministers führte. Die jungen Menschen gewannen dadurch mehr Selbstvertrauen und empfanden, dass sie handeln konnten, wenn sie es wünschten, ohne alles aufzugeben.

Die Bewegung, die Wangchuk als “Cockroach”-Bewegung bezeichnete, stellte eine der größten öffentlichen Protestformen gegen die Regierung Modi dar, die seit 2014 regierte. Der Name der Bewegung lehnte eine Kritik des Obersten Richters ab, der unbeschäftigte junge Menschen mit “Käfern” verglichen hatte. Wangchuk führte diesen Protest durch einen 26-tägigen Hungerstreik in Delhi in den Monaten Juni und Juli durch, wobei er nur Salz und Wasser konsumierte. Er berichtete, dass die Proteste eskaliert waren, nachdem die Lecks von Prüfungsunterlagen zu den größten Anti-Regierungsdemonstrationen in Indien seit Jahren führten.

Unmittelbar nach dem Ende des Streiks des Aktivisten trat der Bildungsminister Dharmendra Pradhan zurück. Seitdem verkündete Modi beschleunigte Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen der Lecks und ernannte einen Technologie-Milliardär zur Leitung der Reformbemühungen im Prüfungssystem. Die Regierung versprach zudem Entschädigungen für Familien von Studierenden, die ihr Leben nach der Veröffentlichung der Prüfungsfragen gaben.

Doch die Probleme Indiens lagen tiefer als die aktuellen Kontroversen. Die Arbeitslosigkeit unter Hochschulabsolventen lag über fünfunddreißig Prozent. Wangchuk argumentierte, dass eine grundlegende Reform der Bildung notwendig sei. Er betonte, dass Prüfungen wenig Relevanz zum Arbeitsmarkt besaßen und oft nur zur effizienten Messung von Millionen von Studierenden dienten, ohne die tatsächlichen Fähigkeiten zu erfassen. Er forderte eine Neuausrichtung, die praktische Erfahrung und Eignung stärker in den Fokus rückte.

Wangchuk sah die Notwendigkeit einer Planung für die Zukunft. Er meinte, dass die Art und Weise, wie Kinder unterrichtet wurden, angepasst werden müsse, um sicherzustellen, dass sie nicht arbeitslos blieben und dass Sektoren, die Arbeitskräfte benötigten, nicht unterbeschäftigt blieben. Er glaubte, dass die Regierung durch die Geschwindigkeit, mit der Pradhan zurücktrat, bereits geschädigt war und dass die jungen Menschen dadurch die notwendige Einheit und den Mut für ihre Aktionen erlangten.

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