Eine Jury in Kalifornien wies Elon Musks hochkarätige Klage gegen OpenAI und dessen Chef Sam Altman ab. Das Urteil erfolgte einstimmig, da Musks Klage nach Ablauf der Verjährungsfrist für solche Ansprüche eingereicht worden war. Musk hatte Altman vorgeworfen, einen gemeinnützigen Vertrag verletzt zu haben, indem er den Entwickler von ChatGPT in ein für Gewinn orientiertes Unternehmen überführt hatte. Er argumentierte, Altman habe ihn durch die Annahme seiner Spende getäuscht und anschließend die ursprüngliche gemeinnützige Mission von OpenAI, nämlich die Entwicklung von künstlicher Intelligenz zum Wohle der Menschheit, verraten.
Die Geschworenen verbrachten drei Wochen damit, interne Korrespondenzen zu prüfen und Zeugenaussagen anzuhören. Zu den Zeugen gehörten Musk und Altman selbst sowie Satya Nadella, der Vorstandsvorsitzende von Microsoft, den Musk in diesem Zusammenhang angeklagt hatte, bei der Verwicklung in den Plan. Am ersten Tag des Verfahrens erschien Musk in einem dunklen Anzug und wurde von einem seiner Rechtsbeistände nach dem Gegenstand der rechtlichen Maßnahme gefragt. Er erklärte, die Angelegenheit sei sehr einfach und dass es nicht gestattet sei, eine Wohltätigkeitsorganisation zu stehlen, da dies die gesamte Grundlage der Wohltätigkeitsspenden zerstöre.
Altman hingegen erklärte der Jury während seiner eigenen Aussage, dass Musk nicht nur die Idee einer Umwandlung von OpenAI in ein Unternehmen für Gewinn orientiert unterstützte, sondern auch die Kontrolle darüber für die langfristige Entwicklung anstrebte. Ein besonders beunruhigender Moment trat auf, als seine Mitgründer fragten: „Wenn Sie die Kontrolle besitzen, was geschieht, wenn Sie sterben?“ Musk antwortete, dass es „vielleicht an meine Kinder übergehen sollte“.
Die weiteren Vorwürfe Musks gegen Microsoft wurden als rechtliche Angelegenheit abgewiesen, da die Jury ihre Feststellungen bezüglich der beiden Anschuldigungen gegen OpenAI bereits getroffen hatte. Satya Singer, Sprecher von OpenAI, äußerte sich nach dem Urteil als „großartige Sieg“. Er bezeichnete die Klage als einen Versuch von Herrn Musk, einen Wettbewerber auszubremsen, und betonte, dass es ein Sieg für das Justizsystem sei.
Der Rechtsanwalt William Savitt, der OpenAI während des Verfahrens vertrat, erklärte, Musks Klage habe „keinen Bezug zur Realität“ und dass die Jury entschieden habe, Musk habe in seiner Aussage über die Herkunft des Unternehmens gelogen. Savitt betonte, dass OpenAI weiterhin auf seine Mission fokussiert bliebe, nämlich die Entwicklung „sicherer künstlicher Intelligenz zum Wohle der gesamten Menschheit“.