FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Politik

Künstliche Intelligenz in der Politik: Künstler erhielt Schadensersatz nach unrechtmäßiger Nutzung

Eine niederländische Gerichtskünstlerin klagte eine Partei wegen der Manipulation ihrer Werke

Eine niederländische Gerichtskünstlerin erhielt Schadensersatz, nachdem ein Abgeordneter der rechtspopulistischen Partei PVV eine ihrer Zeichnungen ohne Erlaubnis verwendet und mittels künstlicher Intelligenz verändert hatte. Petra Urban, die seit neunzehn Jahren als Gerichtskünstlerin tätig war, war schockiert, als sie entdeckte, dass eine Zeichnung, die sie im Vorjahr von zwei syrischen Brüdern, die wegen des Mordes ihrer Schwester inhaftiert waren, erstellt hatte, über Videos auf Instagram und Facebook der Region Noord-Brabant genutzt wurde.

Urban äußerte ihre Verärgerung über drei Punkte. Erstens nutzte jemand ihre Arbeit ohne ihre Zustimmung. Zweitens erfolgte die Nutzung durch eine politische Partei, was ihr als Künstler, der neutral und unabhängig arbeiten wollte, unbefriedigend erschien. Drittens stellte die Manipulation mittels künstlicher Intelligenz eine besonders seltsame Entwicklung dar.

Nachdem Urban die Bilder mit anderen Gerichtspublikationen geteilt hatte, erregte die Angelegenheit große Aufmerksamkeit in den Medien. Ihre Gewerkschaft stellte eine rechtliche Forderung nach Lizenzrechten und Schadensersatz. Der Abgeordnete Maikel Boon der PVV rief sie daraufhin zur Entschuldigung zu und zahlte die geschuldeten Entschädigungen, deren Höhe nicht öffentlich gemacht wurde.

Boon hatte zuvor bereits vorgeworfen worden, künstliche Intelligenz zur Manipulation von Bildern für Wahlkampfzwecke eingesetzt zu haben. Dies motivierte Urban, entschlossen Schadensersatz zu fordern. Sie warnte davor, dass diese Entwicklung besorgniserregend sei und dass man wachsam bleiben müsse. Sie betonte, dass journalistische Arbeit so neutral wie möglich verfasst, gezeichnet, fotografiert oder gefilmt werden müsse. Sollte diese Arbeit manipuliert werden, öffneten sich die „Flutgatter“, und es sei unklar, wo dies enden würde.

Urban distanzierte sich zudem von der rechtspopulistischen Partei unter der Führung von Geert Wilders. Sie erklärte, dass die PVV weit von ihren politischen Ansichten entfernt sei, aber selbst wenn die Nähe zu ihren eigenen politischen Überzeugungen größer gewesen wäre, hätte sie diese Handlung nicht geduldet. Sie betonte, dass die Manipulation ihre Neutralität kompromittierte.

DeutschlandNiederlandeKünstliche IntelligenzUrheberrechtJournalismus

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp