Ein junger Mann floh aus Haiti, um vor dem ausufernden Bandenkriminalität zu entkommen, und hoffte auf Zuflucht in Kanada. Doch nach vier halben Monaten fand sich der 25-jährige Appolon in einer Einrichtung der US-Einwanderungs- und Zollfahndung wieder. Er fragte sich, wie er sich erholen sollte, sollte er freigelassen werden. Seine psychische Gesundheit verschlechterte sich täglich, da er gefangen blieb und die Welt beobachtete. Er erkannte, dass die Situation nach seiner Freilassung noch schlimmer werden würde.
Appolon suchte Asyl in Kanada, da er glaubte, das Land bot Zuflucht für gefährdete Menschen. Da er kanadische Familienangehörige besaß, sollte er Anspruch auf Asyl haben. Dennoch übergab er sich den Beamten der US-Einwanderungsbehörde, die ihn inhaftierten. Eine kanadische Rechtsanwältin erklärte, dass Kanada an diesem Vorgang beteiligt sei und Menschen an die US-Behörde übergeben habe.
Flüchtlinge versuchten, Asyl in Kanada durch eine Ausnahme vom Sicherheitsabkommen mit den Vereinigten Staaten zu beantragen. Dieses Abkommen verlangte, dass Flüchtlinge in dem ersten „sicheren Land“ Asyl suchten. Juristen argumentierten jedoch, dass die Vereinigten Staaten kein sicheres Drittland seien. Sie stellten fest, dass die langfristige Inhaftierung von Asylsuchenden und die Drohung der Ausweisung in Länder, in denen sie Schaden nehmen oder getötet werden könnten, die Unsicherheit des Landes belegten. Gleichzeitig verschärfte Kanada sein eigenes Asylsystem. Neue Gesetze, die im März erlassen wurden, schufen weitere Ausschlusskriterien für Asylanträge. Kritiker warfen der Regierung Mark Carney vor, Politik nach dem Vorbild von Donald Trump einzuführen.
Flüchtlinge wie Appolon wurden in den Vereinigten Staaten inhaftiert, weil Kanada Verfahren an der Grenze auf eine rigide und unfaire Weise führte. Die Konsequenzen für ihn seien schwerwiegend gewesen. Ein weiterer Fall betraf Tenzin, einen Flüchtling aus Tibet. Er versuchte Asyl an der US-Grenze zu beantragen, wobei seine kanadischen Verwandten auf seine Ankunft warteten. Tenzin wurde bald in eine Einrichtung der US-Einwanderungsbehörde überführt. Nach Tagen der Behandlung verlor er die Kontrolle über die Gesichtsmuskulatur seiner linken Seite. Ein Arzt stellte bei ihm eine Bell-Palsy fest. Rechtsanwälte argumentierten, dass die kanadischen Grenzbeamten Verfahrensfehler begangen hätten und die Möglichkeit, dass Tenzin ein tibetischer Flüchtling sei, nicht berücksichtigt hätten.
Die kanadische Grenzbehörde erklärte, dass Beamte Asylanträge „unparteiisch“ bearbeiteten und Antragsteller ihre Rechte verstanden. Dennoch zeigte sich eine erhebliche Starrheit bei den Ausnahmen an der Grenze. Ein weiterer Fall betraf Gurbir Singh, der nach Indien floh. Die kanadischen Beamten glaubten an seine Identität nicht, obwohl seine Fingerabdrücke bereits im System waren. Er wurde an die US-Einwanderungsbehörde übergeben. Die kanadische Behörde konnte keine Stellungnahme zu den Fällen Appolons, Tenzins und Singhs abgeben, betonte jedoch, dass die Flüchtlinge für die Nachweisführung ihrer Berechtigung verantwortlich seien.
Die Regierung von Kanada konnte viele weitere Flüchtlinge aus den Vereinigten Staaten aufnehmen. Dennoch untergruben die Einhaltung des Sicherheitsabkommens und die jüngste Verschärfung des Asylsystems das internationale Ansehen des Landes. Experten bemerkten, dass es ein deutliches Fehlen politischer Willens zeigte. Kanada konnte seine Rolle als weltoffenes Land nicht aufrechterhalten.