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Wirtschaft

Kanadier fordern die Ausweisung des US-Botschafters

Petitionen gegen diplomatische Einmischung und Handelskonflikte

Tausende Kanadier unterschrieben eine Petition, die die Ausweisung des US-Botschafters in Ottawa forderte. Mehr als sechzigtausend Unterschriften forderten die Entfernung des Botschafters wegen der Untergrabung der diplomatischen Beziehungen zwischen den Nachbarstaaten. Die Petition wirft Vorwürfe gegen Pete Hoekstra, der angeblich wiederholte Eingriffe in den kanadischen politischen Diskurs tätigte und die Drohungen der Trump-Administration zur Aneignung Kanadas als den „51. Staat“ der Vereinigten Staaten normalisierte.

Die Botschaft der Vereinigten Staaten räumte gegenüber der BBC ein, dass sie die Petition zur Kenntnis nahm, lehnte jedoch eine weitere Stellungnahme ab. Die Petition thematisierte zudem Besprechungen in Washington zwischen Beamten des US-Außenministeriums und Albertanern, die die Trennung der Provinz von Kanada forderten. Es wurde eine parlamentarische Untersuchung der „US-diplomatischen Einmischung in die inneren Angelegenheiten Kanadas“ gefordert.

Hoekstra, ein Republikaner und Verbündeter von Donald Trump, verteidigte die Handelspolitik der Vereinigten Staaten als notwendig zur Sicherung der Sicherheit und des Wohlstands der Amerikaner. Dennoch erlebte sein Aufenthalt in Kanada erhebliche Kritik. Es gab Auseinandersetzungen mit dem Handelsvertreter Ontarios, und der Botschafter wurde dafür kritisiert, Kommentare von Trump über die Aneignung Kanadas als 51. Staat wiederzuposten und Reporter zu versichern, es gäbe eine „große Diskussion“ zwischen den Führern der beiden Länder.

Zudem sah sich Hoekstra Kritik ausgesetzt, als er einen der Anführer der Freedom Convoy-Bewegung zu seiner offiziellen Feier zum vierten Juli einlud. Er beschrieb auch Teile der politischen Rhetorik in Kanada als „anti-amerikanisch“ und äußerte Frustration über die Entscheidung der Provinzen, US-Alkohol aus den Geschäften zu entfernen – ein zentraler Streitpunkt der aktuellen Handelsgespräche.

Die Petition zur Rücknahme seiner Amtszeit sollte später in diesem Jahr vom Spitzenkandidaten der Grünen Partei, Elizabeth May, eingebracht werden. Ihre Büros erklärte, sie habe die Pflicht, Petitionen von Bürgern zu unterstützen, unabhängig davon, ob sie mit den Forderungen der Petition einverstanden sei. Die Petition erreichte die erforderliche Mindestanzahl von fünfhundert gültigen Unterschriften am Mittwochmorgen und konnte somit in das Haus der Kanadischen Commons eingebracht werden.

Diese Entwicklung erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem kanadische Verhandler dringend versuchten, eine geplante Zollmaßnahme der Vereinigten Staaten abzuwenden. Die USA drohten mit einem möglichen weiteren Vergeltungsmaßnahme, falls die neuen Zölle durchgesetzt wurden, welche auf etwa zwanzig bis achtundzwanzig Milliarden Kanadischer Waren zielten. Die kanadischen Medien berichteten, dass in den kommenden Tagen ein Zwischenabkommen zwischen Ottawa und Washington erzielt werden könnte.

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