FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Kriminalität

Kanadier, der als 'Giftverkäufer' verurteilt wurde

Menschliche Tragödien und juristische Grauzonen bei Online-Todesdiensten

Kenneth Law, ein 60-jähriger ehemaliger Koch, gestand in einem Gericht in Ontario, Kanada, zu vierzehn Anklagen wegen Beihilfe zum Suizid. Die Verurteilung erfolgte im Rahmen einer Einigung mit den Staatsanwälten, die schwerwiegendere Mordanklagen zurückzogen. Die Ermittlungen zeigten, dass Law toxische Chemikalien online an Empfänger in 41 Ländern verschickt hatte, darunter über hundert Pakete in Großbritannien. Diese Verkäufe erfolgten über Online-Suizidforen, in denen er mit den Empfängern Kontakt pflegte.

Die Angelegenheit entfaltete eine erhebliche Brisanz, da die Verkäufe von Law mit dem Tod von 73 britischen Menschen in Verbindung gebracht wurden. Die britische Staatsanwaltschaft entschied sich jedoch, Law nicht wegen Mordes anzuklagen, da die rechtlichen Komplexitäten zu groß waren. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass das kanadische Recht die Verluste der britischen Familien berücksichtigen würde. Ein Brief der Staatsanwaltschaft verdeutlichte, dass Law in Großbritannien keine Anklage sah, bedingt durch juristische Hürden.

Die Verbindung zwischen Law und den Opfern manifestierte sich durch den Sohn von David Parfett, der die Substanz, die von Law verkauft wurde, verwendete. Parfett äußerte sein Schmerz über die verlorene Möglichkeit, den Sohn bei wichtigen Ereignissen wie der Weltmeisterschaft 2026 zu begleiten. Er forderte die britische Regierung auf, eine öffentliche Untersuchung der Todesfälle einzuleiten. Parfett betonte, dass eine solche Untersuchung notwendig sei, da die Regierung in ihrer Pflicht zum Schutz des Lebens versagt habe und eine koordinierte Reaktion auf das Problem fehlte.

Die Verhaftung von Law erfolgte im Mai 2023, eine Woche nach einer Untersuchung der Zeitung Times, die den Verdacht auf den Verkauf von Giften an junge Menschen aufwarf. Die Ermittlungen gegen Law waren komplex und umfassten mindestens elf Strafverfolgungsbehörden und Ermittler aus über einem Dutzend Ländern, darunter Großbritannien, Italien und die Vereinigten Staaten. Die kanadischen Ermittler teilten mit der BBC, dass Law mehrere Websites betrieben hatte, die Ausrüstung und Substanzen zum Ende des Lebens anboten.

Die Verurteilung nach dem kanadischen Strafgesetzbuch erlaubte es den Verurteilten, bis zu vierzehn Jahre Haft zu verbüßen. Der Fall verdeutlichte die weitreichenden juristischen und ethischen Herausforderungen, die entstehen, wenn grenzüberschreitende Online-Handel mit lebensbedrohlichen Substanzen in den Fokus rückt.

SuizidOnline-HandelKanadaUKStrafrecht

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp