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Kultur

Kanon aus dem Spaghetti-Western wiederentdeckt in Spanien

Manchester-Fertigung und historische Verbindung zum Film

Ein Kanon, der in dem Film The Good, the Bad and the Ugly verwendet wurde, fand sich sechs Jahrzehnte später in einem Museum in Südostspanien wieder. Dieses Geschütz, das in Manchester von Whitworth im Jahr 1873 hergestellt worden war, war ein historisches Stück, das einst der spanischen Armee zur Verfügung gestellt wurde. Die Wiederentdeckung erfolgte durch die Sad Hill Cultural Association, eine Gruppe von Freiwilligen, die sich der Erhaltung des Friedhofs bei Burgos widmete.

Die Association suchte nach den Waffen, die für die Feier des 60-jährigen Jubiläums des Films vorbereitet worden waren. Nach der Entdeckung von Bildern des Kanons in einem Buch über den Film begannen die Forscher, die Herkunft des Geschützes zu verfolgen. Die 75-mm-Kanone war einst Teil der Sammlung des spanischen Militärs und fand nach dem Dreharbeiten den Weg ins Museum in Madrid, wo sie bis 2010 auf einer Außenausstellung lag. Erst als das Museum und seine Sammlung nach Toledo verlegt wurden, begann die Suche nach dem Kanon in neuer Richtung.

Einige Monate zuvor besuchte Diego Montero, Schatzmeister der Sad Hill Cultural Association, das Museum in Toledo. Weitere Recherchen führten ihn in die Stadt Cartagena, wo Montero eine Gruppe pensionierter Soldaten fand, die einen neunzehnjährigen britischen Kanon aus dem örtlichen Militärhistorischen Museum restauriert hatten. Die Seriennummern des gefundenen Geschützes stimmten mit den in den Filmquellen vorhandenen Angaben überein.

Das Museum in Cartagena war zunächst nicht über die Verbindung zum Film informiert. Die Association informierte das Museum über die Entdeckung und kündigte eine Pressemitteilung an, da sie wussten, dass die Aufmerksamkeit vieler Menschen erregen würde. Die Stadtverwaltung zeigte sich interessiert, die Bekanntheit des Kanons zur Anziehung weiterer Besucher zu nutzen. Die Stadt veröffentlichte eine Mitteilung in den sozialen Medien und fragte die Bürger, ob sie wussten, dass einer der berühmtesten Kanonen des Kinos in Cartagena lag und kostenlos besichtigt werden konnte.

Der Direktor des Museums, Oberstleutnant Ernesto Terry, bestätigte, dass die Bekanntheit des Geschützes bereits für Aufsehen sorgte. Er erklärte, dass er keine Ahnung hatte, dass es sich um den Filmkanon handelte, und dass die Aufmerksamkeit durch die Medien und die Besucher stark zugenommen hatte. Obwohl die Association den Kanon gerne ausleihen und temporär in die Landschaft von Burgos zurückbringen wollte, scheiterte dies an den langen bürokratischen Verfahren und dem Schutzstatus des Erbes. Dennoch hoffte man, in Zukunft eine Möglichkeit zu finden, das Geschütz zumindest in Burgos zu präsentieren.

FilmgeschichteSpanienMuseumWaffen

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