Der Gesundheitsminister Kenyas, Aden Duale, stoppte die Bauarbeiten für eine kontroverse, von den Vereinigten Staaten finanzierte Ebola-Quarantäneanlage im Land. Diese Entscheidung erfolgte einen Tag nach seiner Verhaftung wegen Verstoßes gegen ein Gerichtsurteil, da er ein Urteil eines Richters ignoriert hatte.
Im Rahmen seiner Vernehmung entschuldigte sich Duale und erklärte, er habe die Bauarbeiten an einer Militärbasis in Nanyuki unverzüglich und vollständig eingestellt. Das Hochgericht hatte bereits im vergangenen Monat entschieden, dass der Bau des 50-Bett-Isolationszentrums gestoppt werden müsse, bis eine Klage einer Menschenrechtsgruppe verhandelt worden war.
Ein Richter entschied jedoch am Montag, dass Duale den Befehl missachtet und die Projektfortsetzung gestattet hatte. Die Einrichtung sollte US-Bürger beherbergen, die Verdacht hatten, Ebola in der Demokratischen Republik Kongo erworben zu haben.
Duale verteidigte seine früheren Entscheidungen, indem er betonte, dass seine Maßnahmen auf wissenschaftlichen Gutachten und strategischen Interventionen beruhten. Er argumentierte, dass die Befürchtung, die Anlage als Vehikel für die Ebola-Importation in umliegende Gemeinden zu dienen, wissenschaftlich unbegründet sei. Er führte aus, die Einrichtung sei an einer Militärbasis gelegen und somit eine erhebliche geografische Distanz zu besiedelten Gebieten aufwies.
Die Baupläne entfachten eine Reihe wütender Proteste in Nanyuki, wo bei Versuchen der Polizei, die Demonstranten zu zerstreuen, drei Menschen starben. Unter den Opfern befand sich ein siebzehnjähriger Schüler Sylvester Muigai Ndung’u. Menschenrechtsgruppen hatten bereits im Mai eine Petition eingereicht, um den Bau zu stoppen, und warnten vor „ernsthaften und unmittelbaren Risiken“ für die öffentliche Gesundheit.
Die Situation führte zu einer politischen Eskalation. Die Regierung Kenyas und die Vereinigten Staaten einigten sich darauf, die geplante Zusammenarbeit bezüglich der Ebola-Anlage nach dem Gerichtsbeschluss auszusetzen. Die Opposition, darunter die KMPDU, stellte die Wahl Kenyas als Aufnahmeort für eine Quarantäneanlage für einen tödlichen Erreger in Frage. Washington versprach Finanzhilfen zur Ebola-Vorbereitung, doch die politische Debatte um die Verantwortung und die Umsetzung der Maßnahmen blieb intensiv.