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Soziales

Kerala kämpft gegen die Einsamkeit älterer Menschen

Neue Strategien zur Bewältigung des demografischen Wandels

Im südlichen Bundesstaat Kerala in Indien sah sich die Gesellschaft mit einer zunehmend alternden Bevölkerung konfrontiert. Die Herausforderung bestand darin, sicherzustellen, dass ältere Menschen nicht allein in ihrer Verfassung verstarben. Ein 70-jähriger Mann begann seine Tage oft mit einem Telefonat zu seinen Söhnen, die in verschiedenen Teilen des Landes oder im Ausland lebten. Die Notwendigkeit der Unterstützung durch Angehörige schien in Kerala allmählich zu verschwinden.

Die Migration hatte die traditionelle Fürsorgestruktur untergraben. Generationen lang lebten ältere Inder mit ihren Kindern zusammen und zählten auf deren Pflege. Doch die Abwanderung in die Arbeitswelt und Bildung hatte diese Tradition geschwächt. Die Folge war eine wachsende Zahl von Senioren, die allein lebten und auf Nachbarn angewiesen waren. Diese Situation wurde in Kerala, dem am schnellsten alternden Bundesstaat Indiens, allmählich zu verbreitet.

Als Reaktion auf diese Entwicklung verkündete die Landesregierung einen speziellen Verwaltungsbereich für das Wohlergehen älterer Menschen. Beamte erklärten, dass dies die erste Maßnahme dieser Art in Indien sei, um den Herausforderungen der alternden Bevölkerung zu begegnen. Die Strategie konzentrierte sich auf das Konzept des „Alten im eigenen Heim“ (Ageing in Place). Dies bedeutete die Förderung der Pflege innerhalb der eigenen Gemeinschaft und Wohngegenden, anstatt die Verlegung in Institutionen zu ermöglichen.

Die Pläne umfassten die Erweiterung der gemeinschaftlichen und häuslichen Betreuung sowie die Einführung von Programmen zur sozialen Verknüpfung. Es sollten auch zertifizierte Schulungen für Pflegekräfte angeboten und eine professionelle Arbeitskraft aufgebaut werden. Zudem plant die Regierung die Errichtung von Seniorenparks, Tagespflegezentren und Fitnessanlagen. Ein umfassender Überblick über die Seniorenbevölkerung diente der Erstellung einer langfristigen Entwicklungsstrategie für die altersgerechte Wirtschaft.

Experten betonten, dass die Alterung nicht nur eine Frage des Sozialschutzes sei, sondern ein Thema, das Gesundheitswesen, Wohnen, Verkehr, lokale Verwaltung und Gemeinschaftsleben berührte. Die Einsamkeit und soziale Isolation wurden als zentrale Herausforderungen identifiziert. Die Behörde erkundigte sich nach Netzwerken von Freiwilligen und Gemeinschaftsprogrammen, um die Isolation der Senioren zu bekämpfen und sicherzustellen, dass niemand vergessen oder verlassen wurde.

Ein weiterer Aspekt betraf die emotionale Unterstützung. Ein IT-Experte berichtete, dass finanzielle Hilfe allein nicht ausreichte, um die emotionale Last der Trennung zu tragen. Es wurde deutlich, dass die staatlichen Maßnahmen eine koordinierte Struktur benötigten, um verschiedene Sektoren zusammenzuführen und Lücken zu schließen. Die Frage blieb offen, ob die neuen Ressourcen ausreichten, um den Ambitionen der Regierung gerecht zu werden, und ob ein regulierter Markt für die Betreuung geschaffen werden konnte.

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