Massive Menschenmengen füllten die Straßen Teherans für die Beisetzung des iranischen Oberbefehlshabers Ayatollah Ali Khamenei. Der letzte Tag der öffentlichen Trauer zeigte die tiefe nationale Verwundbarkeit und die politischen Strömungen der Zeit. Die Prozession führte langsam durch das Zentrum der Hauptstadt, von Imam Hossein Platz im Osten bis zum Azadi Platz im Westen.
Über Millionen von Trauernden berichteten die Medien, dass die Hauptstraßen, die die Plätze verbanden, mit Menschenmassen gefüllt waren. Ein Lastwagen trug den Sarg des Oberbefehlshabers sowie vier Familienmitglieder. Viele Teilnehmer wehten iranische Flaggen und rote Banner, die den Wunsch nach Vergeltung symbolisierten. Plakate forderten die Erhebung und riefen auf den Tod des US-Präsidenten Donald Trump auf, was die politische Polarisierung der Demonstration verdeutlichte.
Während der Prozession erschien der ehemalige Präsident Mahmoud Ahmadinejad. Seine Anwesenheit markierte seinen ersten großen öffentlichen Auftritt seit Beginn des Krieges, als seine Leibwächter in einer Operation getötet worden waren. Der derzeitige Präsident Masoud Pezeshkian trat ebenfalls inmitten der Trauernden auf und betonte die Einheit des Landes. Er versprach, dass die Bevölkerung den Weg der Ehre, des Fortschritts und der Größe Irans fortsetzen würde.
Die Demonstration spiegelte die tiefgreifenden geopolitischen Konflikte wider. Die Beisetzung fand nur wenige Wochen nach dem Vorliegen einer vorläufigen Vereinbarung zwischen Iran und den Vereinigten Staaten statt, die den Krieg beenden und die entscheidende Wasserstraße von Hormus wieder öffnen sollte. Die beiden Nationen hatten sich zudem zwei Monate Zeit genommen, um ein endgültiges Abkommen bezüglich des iranischen Nuklearprogramms, der US-Sanktionen und eines dauerhaften Waffenstillstands zu erzielen.
Die diplomatischen Verhandlungen erzielten in Doha positive Fortschritte, wie der Vermittler Katar berichtete. Die Zeremonien setzten sich anschließend in Qom, dem Zentrum der schiitischen Klerikerestablishment, fort und wanderten dann am Mittwoch in die irakischen Heiligtümer Karbala und Najaf weiter. Die Beisetzung endete am Donnerstag, als Khamenei im Imam Reza-Schrein in seiner Heimatstadt Mashhad bestattet wurde.