Sadiq Khan forderte die Regierung auf, eine überarbeitete Klimapolitik zu verankern und die Abhängigkeit des Vereinigten Königreichs von Öl und Gas zu reduzieren. Diese Forderung erfolgte inmitten einer Sommerperiode, die von Dürren, Waldbränden und Hitzewellen geprägt war. Khan betonte, dass die Regierung ihre Verpflichtung zum Null-Emissionen-Ziel bekräftigen und deutlich machen müsse, dass sie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen abbauen würde, um das Land wieder auf Kurs zu bringen.
Es wuchs die Besorgnis unter Labour-Abgeordneten und Klimaforschern, dass der neue Premierminister die Wiederaufnahme von Förderarbeiten für Öl und Gas in der Nordsee unterstützen könnte. Andy Burnham blieb in dieser Angelegenheit weitgehend zurückhaltend, obwohl er in seiner Zeit als Bürgermeister von Greater Manchester über Umweltbedenken sprach. Burnham äußerte sich bereits im Vorjahr pragmatisch bezüglich Öl und Gas und erklärte, dass Entscheidungen über neue Förderungen „in der richtigen Zeit“ getroffen würden. Er stellte die Frage, ob es darum ging, ob das Vereinigte Königreich weiterhin Öl und Gas nutzte, oder woher diese Ressourcen stammten.
Khan argumentierte, dass Regierungen weltweit angesichts der zunehmenden Klimakrise ihre Anstrengungen verstärken und sich der Schwere des Moments mit neuer Fokussierung, Finanzierung und Entschlossenheit stellen mussten. Er warnte davor, dass die jüngsten extremen Ereignisse eine „Ära der Extreme“ eingeleitet hatten. Khan äußerte die Sorge, dass ohne dringendes Handeln das Schlimmste noch kommen könne, und forderte eine Umkehr der Klimadiskussion durch die Vorbereitung auf eine wärmere Zukunft und die vollständige Umsetzung des Null-Emissionen-Ziels.
Die Entscheidung über die Genehmigung weiterer Förderungen in der Nordsee erwartete sich in den kommenden Wochen. Die Labour-Manifeste hatten die Partei dazu verpflichtet, neue Lizenzen zu stoppen. Zwei Projekte, das Jackdaw-Gasfeld und das Rosebank-Ölfeld, wurden unter der Regierung der Konservativen genehmigt, doch die Arbeiten wurden nach einem Rechtsstreit durch Umweltgruppen ausgesetzt. Die neue Energiebeauftragte Miatta Fahnbulleh sollte Entscheidungen zu Jackdaw und Rosebank treffen, nachdem Konsultationen zu deren Emissionen abgeschlossen worden waren.
Viele Labour-Abgeordnete befürchteten, dass die Unterstützung für eine erweiterte Förderung die Wähler beunruhigen würde, die eine Sommerperiode extremer Wetterbedingungen erlebten, verstärkt durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe. Gleichzeitig bestand intensiver Druck von der politischen Rechten und der Industrie, die neue Förderung als Lösung für die Energiekrise des Vereinigten Königreichs darstellten. Senior-Ökonomen widersprachen dieser Sichtweise und warnten davor, dass neue Förderungen und eine Verlangsamung des Klimaschutzes sowohl das Wachstum als auch die Energiesicherheit beeinträchtigen würden und ein schädliches Signal für die Welt sendeten.