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Technologie

KI-Betrug: Wie künstliche Intelligenz Urlaubsfotos zur Legitimation von Finanzbetrug nutzte

Neue Forschung zeigte, wie Algorithmen architektonische Details analysierten, um Standortinformationen für Betrüger zu gewinnen.

Ein Betrugsversuch nutzte künstliche Intelligenz, um finanzielle Details von Reisenden zu erlangen. Nutzer, die Urlaubsfotos auf sozialen Netzwerken veröffentlichten, gerieten in Gefahr. Einige Tage später erhielten sie eine Nachricht, die eine Kompromittierung ihrer Bankkarte meldete. Die Botschaft forderte sofortige Verifizierung der Kontodaten. Der Link, den sie anklickten, diente dazu, ihre Bankinformationen zu bestätigen.

Die Kriminellen hinter dem Vorfall wussten, dass die Fotos zwar unbestimmte Bilder zeigten, aber dennoch genügend Merkmale enthielten. Sie nutzten eine künstliche Intelligenz, um die spärlichsten Hinweise auf den Reiseort zu analysieren. Durch die Erfassung von Details wie Hintergrund, Architektur, Beschilderungen oder Lichtverhältnissen konnte die KI den genauen Ort der Aufnahme bestimmen. Diese Standortinformationen verliehen den Betrugsversuchen eine zusätzliche Glaubwürdigkeit in Textnachrichten oder E-Mails.

McAfee, der Hersteller von Antivirensoftware, testete zwei frei verfügbare KI-Modelle anhand von über 21.000 Reisebildern. Eines der Modelle identifizierte 91 Prozent der Bilder korrekt, das andere erzielte 87 Prozent Genauigkeit. Die Tester wurden aufgefordert, den Experiment mit ihren eigenen Fotos zu wiederholen und empfanden die Leichtigkeit der Standortbestimmung als beunruhigend. Die Firma stellte fest, dass Computer keine Metadaten benötigten, um den Aufnahmeort zu bestimmen.

Vonny Gamot, Leiter der EMEA-Abteilung bei McAfee, erklärte, dass die künstliche Intelligenz den Kontext lieferte. Dieser Kontext machte die Bedrohungen glaubwürdig. Bilder mit erkennbaren Sehenswürdigkeiten, Skyline oder Straßenschildern wurden von der KI leichter identifiziert. Selbst bei Aufnahmen von Blumenfeldern konnte die KI den genauen Garten bestimmen. Die Kriminellen nutzten diese Erkenntnisse, um ihre Vorgehensweise überzeugender zu gestalten.

Um sich vor solchen Betrügereien zu schützen, empfahl man, Fotos erst nach der Rückkehr zu veröffentlichen und die Datenschutzeinstellungen entsprechend anzupassen. Es galt, Wachsamkeit gegenüber jeglicher Dringlichkeit in Nachrichten zu zeigen. Nutzer sollten niemals auf Links in Textnachrichten oder E-Mails klicken, sondern stets die betreffende Institution oder Bank über deren offizielle Webseiten kontaktieren.

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