Präsident Salva Kiir löste die Übergangsregierung drei Monate vor den ersten Wahlen des Landes auf. Diese Maßnahme erfolgte unter einem novellierten Gesetz, welches die fünf Vizepräsidenten entfernte und das Parlament sowie die nationalen und staatlichen Regierungen auflöste. Kiir, der Kandidat der Sudan People’s Liberation Movement (SPLM), behielt seine Stellung mit vollen Verfassungsmäßigen Befugnissen, bis ein gewählter Präsident feierlich in Amt und Traعة eingesetzt wurde. Er ernannte zudem einige Minister und Gouverneure in einer Übergangsfunktion bis zu den Wahlen am 22. Dezember.
Der politische Hintergrund zeigte eine tiefe Spaltung. Der Hauptoppositionelleiter Riek Machar wurde bereits im Vorjahr als Vizepräsident entlassen und wegen Hochverrats angeklagt. Machar hatte als Teil eines Friedensabkommens von 2018 als Vizepräsident eingesetzt worden, das den Bürgerkrieg zwischen den loyalen Fraktionen beenden sollte. Kiir entfernte zudem den Vorsitzenden der Wahlkommission, Abednego Akok Kacuol, ohne einen Grund zu nennen, und ersetzte ihn durch den Generalsekretär der Kommission, Gabriel Bol Deng. Die Opposition warnte davor, sich an den Wahlvorbereitungen zu beteiligen, da sie die Teilnahme als Gefangenschaft in Gebieten kontrollierten SPLM-IO ansahen.
Die Situation in Juba war angespannt. Vor der Ankündigung eine starke Sicherheitspräsenz meldete sich. Soldaten aus der Armee und den nationalen Sicherheitsdiensten blockierten den Zugang zu den Ministerien und patrouillierten Teile der Hauptstadt. Eine hochrangige Regierungsbeamtin berichtete, dass Mitarbeiter, die zur Arbeit erschienen, abgewiesen wurden und aufgefordert wurden, erst am folgenden Montag zurückzukehren. UN-Organisationen in Juba forderten zudem ihre Mitarbeiter auf, die Lage aus der Ferne zu überwachen und remote zu arbeiten.
Die Überwachungsorganisationen, welche die Umsetzung des Friedensabkommens von 2018 überwachten, erklärten, dass Südsudan in eine „kritische Phase“ eingetreten war. Sie betonten, dass mehrere Schlüsselgespräche im Rahmen des Abkommens unvollendet blieben und die Parteien dringend einen Weg zu glaubwürdigen Wahlen sowie einem friedlichen Ende der Übergangsphase suchten. Die jüngste Verlängerung der Übergangszeit endete am 22. Februar 2027.