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Politik

Kim Jong Uns Mutter: Die verborgene Herkunft und die Legitimität der nordkoreanischen Führung

Ein Blick auf die kontroverse Verbindung zur japanischen Geschichte und die Auswirkungen auf das Regime

In den vielen Geheimnissen, die den nordkoreanischen Führer Kim Jong Un umgaben, stach die Verschwiegenheit bezüglich seiner Mutter besonders hervor. Während seine Herrschaft von der mythischen Blutlinie des Mount Paektu abhing, stellte die Identität seiner Mutter eine ernste Bedrohung für das Regime selbst dar. Die Legitimität der Diktatur beruhte auf einer überlieferten Reinheit, deren Bruch durch die Wahrheit über Kims mütterlichen Ursprung in Frage gestellt wurde.

Die Erzählung über die koreanische Herkunft begann laut populärer Überzeugung auf dem Mount Paektu, dem Geburtsort des mythischen Gründers Dangun. Kim Il Sung nutzte den Berg als Versteck, und sein Sohn Kim Jong Il wurde auf diesen heiligen Hängen geboren. Diese mythologische Verankerung diente jahrzehntelang der Legitimierung der Kim-Dynastie. Doch die Realität der mütterlichen Linie zeichnete ein anderes Bild. Ko Yong Hui, Kims Mutter, wurde in Osaka geboren und stammte von Eltern aus der Insel Jeju, die heute Südkorea gehört. Ihre Familie waren als Zainichi-Koreaner in Japan während der Kolonialzeit. Als Ko und ihre Familie 1959 nach Nordkorea emigrierten, suchten sie eine neue Existenz, doch sie wurden als ‘Jjaepo’ bezeichnet. Diese Bezeichnung kennzeichnete eine Gruppe, die von fremden, gefährlichen Ideologien kontaminiert war und in der strengen sozialen Klassifikation des Songbun zur ‘schwankenden Klasse’ gehörte.

Diese soziale Stellung bedeutete erhebliche staatliche Überwachung und den Ausschluss von guten Universitäten oder vielversprechenden Stellen. Dies stand im scharfen Kontrast zur heiligen Paektu-Erzählung, die die Familie Kim lange propagierte. Die Vorstellung, dass der Führer der Sohn einer Jjaepo sei, erschien den Analysten unvorstellbar. Ko gelang es jedoch, dem Schicksal ihrer Mitbürger zu entkommen, als sie die Aufmerksamkeit von Kim Jong Il erregte, der bereits für die Nachfolge vorbereitet war. Obwohl sie nie mit dem Obersten Führer verheiratet war und ihre Verbindung vom Regime nicht anerkannt wurde, lebte Ko ein Leben, das als eine Art ‘Cinderella-ähnliches Leben’ beschrieben wurde.

Nach dem Tod von Kim Il Sung wurde Kim Jong Il zum Obersten Führer und Ko wurde zur de-facto ersten Frau des Landes. Sie begleitete ihren Mann bei militärischen Inspektionen und pflegte Beziehungen zu seinem Umfeld. Einige Quellen berichteten, dass Kim sogar ihre Meinung bei politischen Entscheidungen einholte. Ein offizielles Dokument aus dem Jahr 2011 zeigte Ko bei lokalen Touren mit Kim, doch ihr Name und ihr Songbun blieben verschwiegen. Die Neugier der Bevölkerung explodierte, woraufhin das Regime das Dokument schnell zurückrief.

Die Frage nach Kims Abstammung blieb jedoch offen. Die Nachfolge wurde durch komplizierte Umstände bestimmt, da Kim Jong Il keine Erben durch seine offizielle Ehefrau hatte. Es vermutete sich, dass Ko aktiv ihren zweiten Sohn, Kim Jong Un, für die Nachfolge vorbereitet hatte. Die Geheimhaltung seiner Abstammung diente dem Führer möglicherweise als Motivation, seine Frau Ri Sol Ju und ihre Tochter Ju Ae frühzeitig öffentlich zu präsentieren. Die Offenlegung der Herkunft seiner Mutter, insbesondere ihrer Verbindung zu Japan, hätte die Legitimität des gesamten Systems erschüttert und die Erbschaftsstruktur fundamental destabilisiert.

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