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Wirtschaft

Klimaklagen gegen Rechenzentren: Rechtliche Auseinandersetzungen zwingen zur Veränderung

LSE-Studie beleuchtet die globale Debatte um Energieverbrauch und Umweltfolgen von KI-Infrastruktur

Die Verbreitung von Rechenzentren und Künstlicher Intelligenz (KI) stellte weltweit eine wachsende Herausforderung für das Umweltrecht dar. Eine Analyse von über 3.600 klimabezogenen Klagen, die seit 2015 eingereicht worden waren, zeigte, dass die gerichtliche Auseinandersetzung mit den Energiequellen, dem Wasserverbrauch und der Luftverschmutzung dieser Anlagen zunahm. Diese Fälle hatten weitreichende klimatische Implikationen.

Die London School of Economics (LSE) präsentierte in ihrer jüngsten jährlichen Übersicht eine wachsende Zahl von Verfahren, die die ökologischen Auswirkungen von Rechenzentren in Frage stellten. Ein frühes Beispiel fand 2020 in Santiago de Chile statt, als eine Gruppe von Anwohnern und der lokalen Verwaltung die Genehmigungen für ein Google-Rechenzentrum in der Gegend Cerrillos anfechtete. Sie beklagten die Auswirkungen des Projekts auf die bereits wassergestresste Wasserversorgung der Stadt. Das Gerichtsverfahren gelang es, das Projekt zu stoppen, da die klimatischen Folgen nicht ausreichend berücksichtigt worden waren, doch die breitere Entwicklung von Rechenzentren, welche die ausgedehnten Feuchtgebiete Chiles weiter belastete, blieb unberührt.

Irland wurde von der LSE als ein „Brennpunkt“ für Rechtsstreitigkeiten gegen Rechenzentren identifiziert. Obwohl die Regierung die Expansion des Sektors befürwortete, der bereits über ein Fünftel der nationalen Elektrizität verbrauchte, versuchten Umweltorganisationen, eine gerichtliche Überprüfung einer Entscheidung der Kommission für die Regulierung der Versorgungsunternehmen zu erwirken. Diese Kommission erlaubte großen Energieverbrauchern wie Rechenzentren zunächst sechs Jahre lang den Betrieb mit fossilen Brennstoffen, bevor eine Nutzung von mindestens achtzig Prozent erneuerbarer Energien verpflichtend wurde. Die Aktivisten argumentierten, dass diese Regelung Irland in teure, emissionsintensive Erdgaslieferungen band.

Auch in den Vereinigten Staaten entwickelte sich ein wachsender rechtlicher Widerstand. In Kalifornien verlangte die Stadt Pittsburg nun, dass ein Rechenzentrum erneuerbare Energie für die Stromversorgung und recyceltes Wasser zur Kühlung seiner Server nutzte. Gleichzeitig führten Klagen in Georgia und Pennsylvania gegen staatliche Regulierungsbehörden, die neue fossile Infrastruktur für Rechenzentren genehmigten. Ein weiterer Fall in Mississippi betraf die Verletzung des Luftreinigungsgesetzes durch einen Anbieter von mobilen Methangasgeneratoren, was ernste gesundheitliche Risiken für lokale Gemeinschaften aufzeigte.

Auch im Vereinigten Königreich führten Umweltaktivisten rechtliche Schritte gegen die Entscheidung der Regierung, den Bau eines „hyperskaligen“ Rechenzentrums in Buckinghamshire durchzusetzen. Die Organisationen argumentierten, dass diese Entscheidung die Energie- und Wasseranforderungen des Projekts ignorierte und die klimatischen Auswirkungen nicht angemessen bewertete. Die Regierung akzeptierte anschließend Mängel im Verfahren und die Klage wurde eingestellt. Diese Fälle zeigten, dass gerichtliche Verfahren die Entscheidungsfindung im Klimabereich beeinflussen konnten, selbst wenn keine positiven Urteile fielen.

Die LSE-Studie betonte, dass solche Verfahren die Transparenz verbesserten und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen vermieden. Es stellte sich heraus, dass es eine Chance bot, diese energieintensiven Entwicklungen bereits jetzt mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Die gerichtliche Durchsetzung bot somit einen Weg, die Klimaziele durch die Regulierung der Infrastruktur zu erreichen.

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