Neue Forschungsergebnisse zeigten, dass die globale Erwärmung die Wohnungsaffordierbarkeit verschlechterte und die Obdachlosigkeit in Australien unter einem Szenario mit fossilen Brennstoffen um das Vierfache stieg. Forscher der Universität Sydney modellierten das Wohnungsmarkt-System anhand von zwei Jahrzehnten öffentlicher Daten und prüften dessen Reaktion unter verschiedenen Klimaszenarien. Sie stellten fest, dass der Klimawandel die Wohn- und Mietpreise beeinflusste, wobei besonders gefährdete Haushalte unter einer Zukunft mit hohem Emissionsniveau am stärksten litten.
Die Szenarien basierten auf fünf plausiblen sozioökonomischen Wegen, die vom Weltklimarat entwickelt wurden. Das Szenario mit hohen Emissionen beschrieb eine Zukunft, in der fossile Brennstoffressourcen weiter genutzt wurden. Unter diesem Weg stieg die Obdachlosigkeit bis 2036 voraussichtlich um das Vierfache, da Wohnraum teurer wurde und die Mieten im Verhältnis zu den Einkommen anstiegen.
Associate Professor Nader Naderpajouh betonte, dass die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf den Wohnungsmarkt „sehr ungleich“ waren und insbesondere Mieter sowie Menschen, die obdachlos waren, stark betroffen waren. Er argumentierte, dass der Klimawandel zwar eine Wirkung auf den Wohnungsmarkt hatte, aber diese Wirkung divergierte und die Ungleichheit verstärkte. Er erklärte, dass das bestehende Wohnsystem nicht durch eine einzige allgemeine Maßnahme adressiert werden könne.
Naderpajouh forderte, dass politische Maßnahmen und Unterstützungen gezielt auf Mieter mit niedrigem Einkommen und auf die Bekämpfung der Obdachlosigkeit zugeschnitten werden mussten. Er betonte zudem, dass neue Wohnungsrichtlinien vor der Umsetzung Klimasimulationen unterzogen werden mussten, um sicherzustellen, dass sie keine Ungleichheit vertieften. Die Ergebnisse zeigten, dass jede neue Wohnpolitik auf die Auswirkungen des Klimawandels hin überprüft werden musste.
Ökonomin Nicki Hutley, eine Ratsfrau des Klimarahmen, forderte, dass der Klimawandel bei der Gestaltung von Wohnungspolitik „im Zentrum“ stehen müsse. Sie betonte die Notwendigkeit, sowohl Emissionsreduktionen durch Energieeffizienz und bessere Bauvorschriften als auch die Widerstandsfähigkeit von Wohnraum und Gemeinschaften gegenüber extremen Wetterereignissen zu berücksichtigen. Die jüngste nationale Risikobewertung des Bundesstaates legte offene Wahrheiten über das Risiko für Wohngebäude dar. Diese Bewertung zeigte beispielsweise, dass zehn Prozent des Wohnungsbestandes bis 2030 in Gebieten mit sehr hohem Risiko lagen und dass langjährige Ungleichheiten durch die Klimakrise verschärft wurden.