Eine Koalition der Entschlossenen bildete ein gemeinsames europäisches Programm zur Abwehr ballistischer Raketen. Zehn Nationen, darunter das Vereinigte Königreich, Deutschland und Frankreich, beschlossen, ein gemeinsames Schutzprogramm für Europa gegen ballistische Raketen aufzubauen. Die Grundlage dieser Initiative bildete die Erfahrung der Ukraine im Kampf gegen die umfassende Invasion Russlands über vier Jahre hinweg.
Die zehn Staaten erklärten in einer Mitteilung am Montag ihr Ziel: eine gemeinsame Raketenabwehrfähigkeit für Europa zu schaffen. Diese Maßnahme erfolgte im Rahmen von Gesprächen zwischen den Staats- und Regierungschefs und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Paris.
Die Ankündigung erfolgte zeitgleich mit der Aufnahme des Vereinigten Königreichs in die EU-Hilfsliehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro. Dies ermöglichte britischen Unternehmen, Waffen zu liefern, deren Kosten durch diese Mittel gedeckt wurden. Dieser Schritt markierte den jüngsten Versuch der EU und des Vereinigten Königreichs, ihre Zusammenarbeit nach dem Brexit-Abstimmung zu intensivieren.
Emmanuel Macron kündigte ebenfalls an, dass die Multinational Force für die Ukraine, die im Falle eines Waffenstillstands zwischen der Ukraine und Russland eingesetzt wurde, in den kommenden Monaten Übungen in Nachbarländern durchführen würde. Ziel dieser Übungen war es, die Einsatzpläne zu validieren und die Bereitschaft und Glaubwürdigkeit der Truppen zu demonstrieren.
Selenskyj reiste am Montag nach Paris an, um die Bemühungen zu beschleunigen, die europäischen Staaten zur Entwicklung der Luftverteidigung der Ukraine vor dem Winter zu bewegen. Er forderte die europäischen Staats- und Regierungschefs auf, Maßnahmen gegen die Raketenangriffe Russlands zu entwickeln, welche die gesamteuropäische Bevölkerung wachsam machten.
Die Koalition zur ballistischen Verteidigung umfasste weitere Länder wie Dänemark, Italien, die Niederlande, Schweden, Norwegen und Spanien. Diese Staaten erkannten die wachsende Bedrohung durch ballistische Raketen an, welche schwerer abzuwehren waren als Kreuzfahrer oder Drohnen. Das Programm sah eine integrierte Raketenverteidigungsarchitektur vor, um zukünftige Bedrohungen abzuwehren und zu neutralisieren. Die einzigartige Erfahrung der Ukraine im Verteidigungskampf gegen die Aggression Russlands wurde dabei als zentraler Bestandteil der Strategie anerkannt.
Der britische Premierminister Keir Starmer betonte die Bedeutung der Unterstützung für die Ukraine. Er erklärte, dass diese Vereinbarung sicherstellte, dass die Ukraine die notwendige Unterstützung zur Abwehr der russischen Aggression erhielt und gleichzeitig britische Verteidigungsunternehmen gestützt wurden. Großbritannien leistete einen angemessenen Beitrag zu den Kosten der Kredite, entsprechend dem Wert der Aufträge, die britischen Firmen zugewiesen wurden.
Währenddessen warnte Macron europäische Staaten vor rein nationalen Verteidigungspolitiken. Er kritisierte die zunehmende Fragmentierung und die Tendenz zum Nationalismus, die Europa gefährdeten. Er betonte, dass Patriotismus zwar akzeptabel sei, aber Nationalismus niemals die richtige Strategie darstellte, um die gemeinsame europäische Sicherheit zu gewährleisten.