Das britische Konsulat in Ost-Jerusalem signalisierte diese Woche kaum Bewegung, was auf einen tiefgreifenden geopolitischen Konflikt hindeutete. Die Mission bereitete ihre Schließung an, nachdem Israel auf ein britisches Verbot des Handels mit illegalen Siedlungen im besetzten Westjordanland sowie Sanktionen gegen diejenigen, die deren Aufbau oder Finanzierung unterstützten, reagiert hatte. Die erzwungene Schließung markierte den Tiefpunkt der Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und Israel seit Jahrzehnten.
Amjad Iraqi, leitender Analyst der International Crisis Group für Israel und Palästina, warnte, dass die Palästinenser den Preis für das Ende des Konsulats zahlten. Er betonte, dass die israelische Reaktion primär darauf abzielte, die Fähigkeit des Vereinigten Königreichs zur Unterstützung der Palästinenser zu blockieren, anstatt den Kern der britisch-israelischen Beziehungen selbst zu adressieren. Der israelische Außenminister Gideon Sa’ar sah die Reaktion als kostengünstig an, da es in seinen Augen lediglich die Palästinenser seien, die die Last trugen.
Das Konsulat in Ost-Jerusalem unterschied sich von der britischen Botschaft in Tel Aviv, welche geöffnet blieb, und diente den Palästinensern in Ost-Jerusalem, dem Westjordanland und Gaza. Diese Dienstleistungen verloren sie nun. Die Bewohner des Viertels Sheikh Jarrah, in dem das Konsulat lag, zeigten sich resigniert, als sie nach den Auswirkungen der Schließung auf ihr Leben gefragt wurden.
Abu Abdo, ein 79-jähriger Bewohner und ehemaliger Handwerker, verwies auf die historische Grundlage des Konflikts. Er fragte, ob es nicht die Briten seien, die die Balfour-Erklärung initiiert hatten, welche die Unterstützung eines jüdischen Staates in Palästina zum Ausdruck brachte. Diese historische Verankerung betonte die komplexe Geschichte des Ortes.
Das Konsulat erlebte ein dramatisches Ende seiner Zeit in Ost-Jerusalem. Es wurde 1963 vom britischen Staat erworben, als Ost-Jerusalem noch unter jordanischer Kontrolle stand, und sollte eine direkte Verbindung zwischen der britischen Regierung und dem jordanisch verwalteten Westjordanland und Ost-Jerusalem darstellen. Die Anlage benötigte vier Jahre für den Bau, und der Konsul-General konnte sie erst 1967 übernehmen.
Doch kurz bevor John Henry Lewen in die Räumlichkeiten zog, brach der Sechs-Tage-Krieg aus, und Israel eroberte Ost-Jerusalem von den jordanischen Truppen. Lewen übernahm seine Position in einem veränderten Ost-Jerusalem unter israelischer Kontrolle. Das Konsulat nahm eine einzigartige Stellung ein, da das Vereinigte Königreich Jerusalem nicht als unter die Kontrolle eines einzelnen Staates anerkannte. Lewen’s Amtszeit war von den politischen Problemen geprägt, die nach dem Sechs-Tage-Krieg und der Gründung Israels Jerusalem plagten. Die Bewohner äußerten Enttäuschung über den Mangel an internationaler Unterstützung für das palästinensische Volk in den letzten Jahren.