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Wissenschaft

Koreanische Frau freigesprochen nach Mordanklage auf Neugeborenes

Urteil beleuchtet das juristische Vakuum rund um Abtreibungsgesetze

Ein südkoreanisches Gericht freisprach eine Frau, die zuvor wegen des Mordes eines Neugeborenen freigesprochen wurde, nachdem dieser während der Krankenhausentbindung geboren worden war. Dieser Fall stellte eine jüngste Wendung in einem Verfahren dar, das die Debatte über die intransparenten Abtreibungsgesetze des Landes intensivierte.

Die Frau, identifiziert nur durch ihren Nachnamen Kwon, wurde im März wegen Mordes zusammen mit zwei Ärzten verurteilt und erhielt eine dreijährige Bewährungsstrafe. Während die Verurteilungen der Ärzte bestätigt blieben, reduzierten das Berufungsgericht ihre Strafen. Der Chirurg, der an Kwon operiert hatte, sah seine Haftstrafe von vier auf zweiinhalb Jahre verkürzen. Auch der Direktor des Krankenhauses, der ursprünglich sechs Jahre Haft verhängt worden war, erhielt eine Reduzierung auf vier Jahre.

Während des Verfahrens gestanden beide Ärzte zu dem Tod des Babys. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, dass das Kind durch eine Kaiserschnittoperation geboren worden war und erst dann gestorben war, als es in einem Gefrierschrank aufbewahrt wurde. Zudem fälschten die Krankenhausmitarbeiter die medizinischen Unterlagen von Kwon, um den Eindruck einer Frühgeburt zu erwecken.

Die Verteidiger von Kwon argumentierten, dass sie nicht wusste, dass das Baby nach der Entfernung aus dem Uterus getötet werden würde. Diese Argumentation bildete die Grundlage ihres Rechtsmittels. Das Gericht, das das ursprüngliche Urteil fällte, hatte jedoch entschieden, dass Kwon wusste, dass das Kind durch den Kaiserschnitt geboren werden würde.

Das Berufungsgericht entschied am Donnerstag jedoch, dass dies möglicherweise nicht der Fall gewesen sei, da ein Vermittler Kwon mitgeteilt hatte, dass das Baby stillgeboren worden sei. Die Organisation Amnesty International Korea begrüßte die Entscheidung des Gerichts, Kwon freizusprechen. Sie betonte jedoch, dass die Lücke im südkoreanischen Abtreibungsrecht den Schwangeren ohne klare rechtliche Schutzbestimmungen und Zugang zu essenzieller reproduktiver Gesundheitsversorgung hinterließ.

Kwon berichtete dem Gericht früher im Verfahren, dass sie erst sieben Monate nach der Schwangerschaft von ihrer Schwangerschaft erfuhr und die Abtreibung wegen fehlender finanzieller Stabilität suchte. Sie befürchtete zudem, dass das Baby mit Fehlbildungen geboren würde, da sie während der gesamten Schwangerschaft Alkohol trank und rauchte. Der Fall Kwon beleuchtete das rechtliche Vakuum rund um Abtreibungen in Südkorea seit der Aufhebung des langjährigen Verbots durch den Verfassungsgerichtshof im Jahr 2019.

SüdkoreaRechtAbtreibungJustiz

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