Eine Gruppe junger konservativer Liberaler Machtakte in New South Wales wurde beschuldigt, illegale Spenden zur Rekrutierung und Erneuerung ihrer Mitglieder angenommen zu haben. Die unabhängige Kommission gegen Korruption (Icac) hörte am Freitag erneut von Robert Assaf, der als erster Zeuge der Reformers-Fraktion des konservativen Flügels der Liberalen gab.
Die Untersuchung fokussierte sich auf Vorwürfe des sogenannten „Branch Stacking“, bei dem die Gruppe illegale Spenden für die Rekrutierung oder Erneuerung ihrer Mitglieder sammelte. Die Gruppe strebte konservativere politische Richtungen an, insbesondere in den Bereichen Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, Abtreibung und Sterbehilfe.
Assaf bezeugte, dass die Reformers temporär Gelder aus dem Gruppenkonto für eine persönliche Feier verwendet hatten. In einer WhatsApp-Nachricht aus dem August 2020 schrieb Jean-Claude Perrottet, der Bruder des ehemaligen Premierministers Dominic Perrottet, dass „Rob das Geld für die Feier hat“.
Assaf erklärte, dass sie das Konto für persönliche Ausgaben genutzt hätten, da sie eine Vorleistung für die Ausgaben für die Feiern ihrer Mitglieder tätigten. Er räumte zudem ein, dass er gefälschte Rechnungen an eine Lobbyfirma Beckington erstellt hatte, um eine vereinbarte Gebühr für die Gewinnung neuer Kunden zu beanspruchen. Er räumte jedoch ein, dass er diese Zahlungen nicht als Rückerstattung für die Arbeit der Reformers betrachtete.
Die Ermittlung untersuchte auch die Möglichkeit, Steuern zu minimieren, indem Gelder über Beckington anstatt über das Reformers-Konto geleitet wurden, um den maximalen steuerlichen Vorteil zu erzielen. Assaf gestand, dass er wusste, dass die Minimierung von Steuern durch gefälschte Rechnungen illegal war, dies jedoch zum Zeitpunkt der Tat nicht kannte.
Weiterhin wurde untersucht, ob der föderale Oppositionsführer Angus Taylor Kenntnis von und Unterstützung für die Reformers hatte. Assaf erinnerte sich an Nachrichten, die auf eine mögliche finanzielle Unterstützung hinwiesen, doch Taylor wurde von den Vorwürfen der Korruption nicht beschuldigt.
Die Kommission hörte auch von Jean-Claude Perrottet, der angeblich Mitgliedsbeiträge im Rahmen des Branch Stacking-Prozesses entrichtet hatte. Die Ermittlungen dauerten an und die Kommission erwartete weitere Zeugenaussagen, um die gesamte Kette der finanziellen und politischen Verbindungen aufzuklären.