Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG entschuldigte sich bei dem Mitarbeiter, der den Skandal um Audit-Lecks bei der Firma aufdeckte. Die Entschuldigung erfolgte im Vorfeld einer Untersuchung der festgestellten Versäumnisse. Gleichzeitig übte eine parlamentarische Kommission Druck auf die Regierung aus, Gesetze zum Schutz von Hinweisgebern dringend zu reformieren.
Die Untersuchung der Audit-Lecks führte zu Kritik an den bestehenden Schutzmechanismen. Die Kommission, bestehend aus fünf Abgeordneten der Arbeiterpartei, forderte Anthony Albanese auf, die Schutzbestimmungen für Hinweisgeber unverzüglich zu verbessern. Die Kommission stellte fest, dass das australische Recht den Hinweisgeber nicht ausreichend schützte und „weitgehend unwirksam bei der Abwehr von Fehlverhalten“ sei.
Die Gesetze wiesen seit langem Mängel auf, die über viele Jahre hinweg bekannt und thematisiert worden waren. Diese Mängel wurden durch den Fall des KPMG-Hinweisgebers besonders deutlich. Die Kommission betonte, dass die Empfehlungen, die sie in den letzten zehn Jahren ausgesprochen hatte, von Mitgliedern über das gesamte politische Spektrum einstimmig befürwortet wurden. Sie hob die anhaltende Wichtigkeit aller noch nicht umgesetzten Empfehlungen hervor.
Der neue Vorsitzende von KPMG, Mike Ebeid, gab in einer Stellungnahme eine Reihe von Entschuldigungen. Er erklärte, dass KPMG weiterhin nicht geglaubt hatte, dass die E-Mail des Mitarbeiters durch die komplexen Gesetze zum Schutz von Hinweisgebern geschützt sei. Ebeid räumte zudem ein, dass die Firma nicht alle Aspekte der Anschuldigungen des Hinweisgebers untersucht hatte, was bedeutete, dass bestimmte ethische Probleme nicht geprüft worden waren.
Ebeid gestand, dass KPMG im April 2026 fälschlicherweise behauptet hatte, sie hätten Anschuldigungen interner Lecks nicht nachgewiesen, obwohl Untersuchungen im Dezember 2025 gezeigt hatten, dass vertrauliche Informationen ausgetauscht worden waren. Die Firma hatte somit die Faktenlage in Bezug auf die internen Lecks falsch dargestellt.