FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Wissenschaft

Krebsüberleben steigt, aber die Lebensqualität leidet: Berichte aus Australien

Zunehmende Sterblichkeit durch vermeidbare Ursachen und sinkende Impfquoten bereiten Besorgnis

Australier mit Krebs erlebten eine erhöhte Lebenserwartung, wie ein führender Gesundheitsbericht zeigte. Das australische Institut für Gesundheit und Wohlfahrt (AIHW) präsentierte, dass die relative Überlebensrate für Krebs in dreißig Jahren von fünfzig auf siebzig zwei Prozent gestiegen war. Obwohl die Diagnosequoten bei Menschen in den Dreißigern und Vierzigern zwischen 2000 und 2025 zunahmen, verbesserten sich die Sterberaten und die Überlebenschancen für diese Bevölkerungsgruppen. Sprecher des AIHW bestätigten, dass die Fortschritte in Diagnose und Behandlung zu längeren Überlebenszeiten führten.

Dennoch warnte ein Forscher vor einer gravierenden Diskrepanz. Er betonte, dass die Diskussion über Behandlungen stattfand, aber keine präventiven Maßnahmen in den Fokus rückten. Dies bedeutete, dass die australische Bevölkerung zwar länger lebte, die Lebensqualität jedoch beeinträchtigt blieb. Die Berichte zeigten, dass chronische Erkrankungen den Großteil der Todesfälle und der Krankheitslast ausmachten.

Der Bericht identifizierte zudem ein erhebliches Potenzial zur Reduzierung der Krankheitslast. Es stellte fest, dass ein Drittel der Krankheitslast durch die Modifikation von Risikofaktoren und Umweltbedingungen vermieden oder reduziert werden konnte. Es wurde vorgeschlagen, die Regulierung von Tabakprodukten als Vorbild für staatliches Handeln in anderen Bereichen zu nutzen. Experten forderten die Adressierung von Risikofaktoren wie fossilen Brennstoffen, Chemikalien und ultraverarbeiteten Lebensmitteln, die mit Krebs in Verbindung standen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Besorgnis lag bei den Impfquoten für Kinder. Zwischen September 2020 und September 2025 sanken die Impfquoten für Kleinkinder und Zweijährige. Diese Rückgänge korrelierten mit steigenden Meldungen von Krankheiten wie Masern, Diphtherie und Kinderlähmung. Die sinkenden Impfquoten wurden teilweise auf praktische Schwierigkeiten, Kosten und das Misstrauen gegenüber Gesundheitsinformationen zurückgeführt.

Besonders betroffen waren Kinder der indigenen Bevölkerung. Die Impfdeckung für Kleinkinder sank in diesem Segment stärker als bei nicht-indigenen Kindern. Obwohl die Gesundheitsergebnisse für die indigenen Menschen in anderen Bereichen verbesserten, blieben über die Hälfte der Todesfälle unter fünfundsiebzig Jahren zwischen 2022 und 2024 auf vermeidbare Ursachen zurückzuführen. Die allgemeine Lebenserwartung war höher, aber die Verhaltensmuster blieben problematisch, da die Bevölkerung im Durchschnitt mehr Alkohol konsumierte und mit Fettleibigkeit lebte.

GesundheitAustralienKrebsImpfungPrävention

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp