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Wirtschaft

Kriminalität steigt: Westeuropäer glauben, Verbrechen nehmen zu

Umfrage zeigt Diskrepanz zwischen sinkenden Gesamtraten und wahrgenommener Zunahme von Gewaltkriminalität

Westeuropäer glaubten, dass die Kriminalität in ihren jeweiligen Ländern zunahm, obwohl die allgemeinen Kriminalitätsraten seit Mitte der neunzigsten Jahre in der Region gesunken waren. Eine Umfrage von YouGov, die Großbritannien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien umfasste, lieferte diese Erkenntnis. Die Befragten zeigten ein hohes Vertrauen in die nationalen Polizeibehörden, wobei Dänemark mit 74 Prozent den höchsten Grad an Zuversicht in die Polizei aufwies.

Zwischen fünfzigsiebzig und sechzigvierzig Prozent der Befragten in Spanien, Frankreich, Deutschland und Italien äußerten dasselbe Vertrauen. Großbritannien stellte jedoch einen Ausreißer dar: Nur vierundvierzig Prozent sprachen von großem oder bescheidenem Vertrauen in die Polizei, verglichen mit fünfundfünfzig Prozent, die wenig Vertrauen besaßen.

Obwohl die allgemeine Kriminalität seit dem Jahr 2000 gesunken war, äußerten die meisten Westeuropäer die Sorge vor steigender Gewaltkriminalität. Fünfundzwanzig Prozent der Befragten in Dänemark und fünfundneunzig Prozent in Großbritannien meinten, dass die Gewaltkriminalität stark gestiegen war. Diese Tendenz zeigte sich auch in Italien und Frankreich, wo die Zahlen auf siebzigsieben Prozent stiegen.

Trotz jüngster Spitzen bei bestimmten Verbrechen, oft verbunden mit Drogenhandel in Ländern wie Frankreich und Deutschland, und einem signifikanten Anstieg des Online-Betrugs, fielen die Kriminalitätsraten insgesamt seit dem Jahr 2000. Eurostat berichtete, dass die Mordraten in westlichen europäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien seit den späten neunzigsten Jahren um dreißig bis über fünfzig Prozent gesunken waren. Italiens jährliche Mordzahl sank von 1.917 im Jahr 1991 auf 327 im Jahr 2024, was es zu den Ländern mit den niedrigsten Raten in der Europäischen Union machte.

Experten erklärten, dass die öffentliche Wahrnehmung des allgemeinen Rückgangs der Kriminalität oft unsichtbar blieb. Ein Anstieg der gangbedingten Drogengewalt und eine erhöhte Meldung von sexueller und häuslicher Gewalt nahmen die Schlagzeilen ein und überschatteten den langfristigen allgemeinen Rückgang. Die Befragten in Frankreich glaubten beispielsweise mehr als nicht (vierundvierzig Prozent), dass die Kriminalität in ihrem Heimatland schlimmer sei als anderswo, verglichen mit nur zwanziechsels sieben Prozent der Deutschen und elf Prozent der Dänen.

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