Die britischen Wirtschaftsführer warnten, dass Kriminalität ein ernsthaftes Hindernis für das Wachstum der britischen Wirtschaft darstellte. Dies geschah angesichts eines Anstiegs von Diebstählen, Betrugsfällen und Cyberangriffen gegen Unternehmen. Die britische Handelskammer (BCC) rief die Regierung dazu auf, eine grundlegende Verbesserung der Unterstützung für Unternehmen zu schaffen, da zwei Drittel der Firmen irgendeine Form von Kriminalität im vergangenen Jahr erlebten.
Eine Umfrage unter 1.411 Firmen zeigte, dass ein Fünftel der Unternehmen Betrug oder Betrügereien erlitten hatte. Darüber hinaus berichteten bis zu 21 Prozent der Unternehmen von Cyberangriffen. Ellis Shelton, ein Politikmanager der BCC, erklärte, dass die Bekämpfung der Kriminalität helfen würde, „strukturelle Barrieren für das Wachstum“ zu beseitigen. Er betonte, dass Kriminalität gegen Unternehmen ein ernstes Hindernis für Wachstum und Investitionen im gesamten Vereinigten Königreich geworden war.
Die Forschungsergebnisse zeigten, dass viele Firmen mit steigenden Verlusten durch Diebstahl, Betrug und Cyberangriffe konfrontiert waren. Die Führungskräfte sahen sich gezwungen, entscheidende Zeit und Kapital für die Bewältigung dieser Wachstumsbremse aufzuwenden. Shelton forderte die Regierung auf, ein Meldesystem für Cyberangriffe bei Unternehmen zu schaffen. Zudem sollte regionale Zentren für Unternehmenskriminalität eingerichtet werden, welche die Polizei und Partnerschaften zur Verringerung von Unternehmenskriminalität zusammenbrachten.
Die Organisation forderte außerdem eine Erweiterung der Unterstützung für die Widerstandsfähigkeit gegen Cyber- und Betrugsrisiken für kleine und mittlere Unternehmen. Es wurde auch mehr Anreize für Firmen geschaffen, in Sicherheitsmaßnahmen zu investieren. Im vergangenen Jahr erlebten Unternehmen eine Reihe hochkarätiger Cyberangriffe, darunter Marks & Spencer, die Co-op, Jaguar Land Rover und Booking.com. Der Angriff auf Jaguar Land Rover kostete der britischen Wirtschaft allein 1,9 Milliarden Pfund und stellte potenziell den teuersten Cyberangriff in der britischen Geschichte dar.
Im Einzelhandel berichteten Handelsmitarbeiter über einen Anstieg der Werkzeugdiebstähle, was ihre Geschäftstätigkeit beeinträchtigte. Auch im Einzelhandel beklagten Unternehmen einen Anstieg der Diebstähle. Die polizeilich erfassten Fälle von Diebstählen im Einzelhandel stiegen im Jahresvergleich um 20 Prozent und erreichten 516.971 Vergehen bis Dezember 2024. Die jährliche Gesamtzahl überschritt im März 2025 530.000 Vergehen.
Eine weitere Umfrage der BCC im Herbst ergab, dass größere Unternehmen anfälliger für Kriminalität waren. Die Quote stieg von 32 Prozent bei Mikrounternehmen auf 58 Prozent bei Firmen mit mehr als 250 Beschäftigten. Der Fertigungssektor erlebte die härteste Betroffenheit, wobei 50 Prozent der Unternehmen Unternehmenskriminalität meldeten.