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Wirtschaft

Krise bei karibischen Gewürzen: Scotch Bonnet-Pfeffer bedroht Versorgungssicherheit

Extreme Wetterereignisse und Schädlingsbefall trieben die Preise für die essentiellen Gewürze in die Höhe

Die Produktion von scharfen Gewürzen in der karibischen Küche sah sich einer ernsten Krise ausgesetzt. Hersteller von scharfen Saucen warnten vor Engpässen und stark steigenden Preisen für die zentralen Zutaten. Die scharfe Würze bildete ein unverzichtbares Element in der regionalen Küche, das als Begleitung für Reisgerichte, Currys und Eintöpfe diente. Mit der zunehmenden Verbreitung dieser Produkte in Nordamerika, Europa und Australien stieg die Nachfrage, doch die Verfügbarkeit des charakteristischen Chilis, des Scotch Bonnet, geriet unter Druck.

Eine Konvergenz extremer Wetterbedingungen, Krankheiten und Schädlingen erschwerte die Beschaffung der Kernzutat erheblich. Diese empfindlichen gelben Früchte waren anfällig für starke Regenfälle und Viren, was den Anbau schwierig machte. Zudem stellten verheerende Hurrikane, wie Melissa und Beryl, einen weiteren Schlag für die landwirtschaftliche Produktion dar. Die Hurrikan Melissa, die im Oktober des Vorjahres die höchste in der Geschichte Jamaikas auslöste, traf den Agrarsektor hart, während die Region noch von Beryl erholte.

Die Auswirkungen auf die Lieferkette waren gravierend. Hersteller berichteten, dass sie Bestellungen stornieren mussten, da die Bestände stark limitiert waren. Walkerswood, ein bedeutender Produzent der Saucen, konnte seine Exportlieferungen stark reduzieren. Die Bauern wandten sich zunehmend hin zu widerstandsfähigeren Pflanzen wie Süßkartoffeln, da diese ertragreicher und preiswerter waren. Die Abhängigkeit von den Scotch Bonnet-Pfeffern blieb jedoch zentral für die Qualität der Produkte.

Die Preisentwicklung war dramatisch. Nach Melissa stiegen die Preise für Scotch Bonnet-Pfeffer um das Zehnfache an. Innerhalb der letzten zwei Jahre verzeichneten die Preise insgesamt einen Anstieg von etwa 40 bis 50 Prozent. Um diesen Schwankungen entgegenzuwirken, hielten Produzenten hohe Lagerbestände. Diese Lagerhaltung stellte zwar eine Belastung für den Cashflow dar, ermöglichte den Unternehmen jedoch, die Stürme zu überstehen. Die Sensibilität der Pfeffer gegenüber feuchtem Wetter, welches Pilzbefall verursachte, verstärkte die Notwendigkeit einer sorgfältigen Planung.

Die Regierung Jamaikas unterstützte die Landwirte durch die Bereitstellung von Samen. Gleichzeitig versuchten Hersteller, die Resilienz ihrer Produkte zu erhöhen. Einige Unternehmen investierten in die Forschung an hybridem roten Chilisch, die widerstandsfähiger gegen Krankheiten waren. Walkerswood finanzierte zudem die Genetikforschung, um eine widerstandsfähige Sorte der klassischen gelben Scotch Bonnet zu entwickeln. Die Produzenten betonten, dass die gelben Pfeffer eine besondere Bedeutung besaßen und ein besonderer Schutz erforderlich war.

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