Ein kurdischer Aktivist berichtete erstmals öffentlich von der erzwungenen Ernährung über einen Zeitraum von acht Monaten während eines Hungerstreiks in der US-Immigrationsdetention. Gabar Choli, Filmemacher und Aktivist, beschrieb die psychische und physische Zerstörung, die er durch die Behandlung erlitt. Diese Praxis, die von internationalen Menschenrechtsorganisationen als Folter betrachtet wurde, fand statt, als er von der US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörde für Einwanderung und Zoll (ICE) in Los Fresnos, Texas, festgehalten wurde, nachdem sein Asylantrag abgelehnt worden war.
Choli berichtete in einem exklusiven Gespräch, dass die Behandlung ihn innerlich zerriss. Er erklärte, die erzwungene Ernährung habe ihn mental gebrochen. Er habe den Entschluss gefasst, eine Entschuldigung an seinen eigenen Körper zu schreiben. Die ICE-Beamten zwangen ihn, mehrmals täglich über einen Schlauch durch die Nase und den Esophagus zu füttern. Choli betonte, dass er respektvoll blieb und lediglich erklärte, er protestiere für humane Behandlung. Dennoch versuchten die Beamten, ihn zu brechen.
Eine Untersuchung des Guardian ergab, dass die zweite Trump-Administration Gerichtsbeschlüsse nutzte, um mindestens zehn Hungerstreikende in der ICE-Detention einer erzwungenen medizinischen Behandlung auszusetzen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Zahl der Fälle höher war. Quellen des Department of Homeland Security (DHS) teilten dem Guardian mit, dass zwischen Januar 2025 und dem 4. August 2026 Gerichtsbeschlüsse für erzwungene medizinische Maßnahmen bei 18 Hungerstreikenden erteilt wurden.
Gerichtsprotokolle, die im Zusammenhang mit Cholis Fall und anderen Hungerstreikenden geprüft wurden, verwendeten den Begriff „erzwungene medizinische Behandlung“ als Oberbegriff, der die Option der erzwungenen Ernährung einschloss. Die Behörden erklärten, dass erzwungene medizinische Behandlung nur bei ernstem Risiko des Todes oder dauerhaften Schadens oder bei anderen zwingenden rechtlichen oder operativen Interessen gesucht wurde. Diese Maßnahmen erfolgten stets nach gerichtlicher Genehmigung und unter der Leitung qualifizierter medizinischer Fachleute.
Choli erlitt erhebliche Verletzungen und medizinische Komplikationen, darunter Schwellungen der Nebenhöhlen und Schäden an seinem Esophagus. Ein Arzt von Columbia University erklärte, dass diese Behandlung keine medizinische Versorgung sei, sondern Folter. Cholis Fall stellte somit einen der längsten dokumentierten Fälle von erzwungener Ernährung in der ICE-Detention dar. Die Details des geheimen Prozesses wurden durch Interviews mit medizinischen und juristischen Experten sowie durch Cholis eigene Aussagen enthüllt.