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Politik

Königliche Kommission hörte Zeug zur Entwicklung des Antisemitismus

Historische Vorurteile und moderne Definitionen standen im Fokus der Anhörungen

Eine königliche Kommission zur Antisemitismusbekämpfung und sozialen Kohäsion hörte am Donnerstag Zeug. Dr. Dave Rich, Direktor der Policy des Community Security Trust, berichtete über die Entwicklung des Antisemitismus und dessen Definition. Die Anhörungen, die im Anschluss an den Terroranschlag in Bondi stattfanden, konzentrierten sich auf die gelebten Erfahrungen von Antisemitismus. Rich beschrieb Antisemitismus als „Vorurteile, Diskriminierung, Feindseligkeit oder Hass gegenüber jüdischen Menschen, jüdischen Organisationen, jüdischen Institutionen oder Personen, die als jüdisch wahrgenommen wurden“, welche sich sowohl in gewalttätigen als auch in gewaltfreien Formen manifestieren konnte. Er betonte, dass Antisemitismus auf einem Satz negativer Stereotypen, Einstellungen und Tropen über Juden aufgebaut war.

Die Kommission erörterte auch die Definition des Begriffs. Rich sprach über die umstrittene Definition der Internationalen Allianz zum Gedenken an den Holocaust (IHRA), welche von vielen Gruppen, auch in Australien, verwendet wurde. Diese Definition wurde kritisiert, da sie die Kritik an Israel mit Antisemitismus vermischte. Er erklärte, dass diese Definition ein „praktisches Werkzeug“ zur Identifizierung von Antisemitismus darstellte und Menschen nicht auf sie als bloße „Definition“ reduzieren sollten. Die Ungenauigkeit dieser Definition sei ihre Stärke gewesen, da die Beteiligten sie falsch interpretierten und überinterpretierten.

Rich erläuterte zudem, dass Antisemitismus oft eine „Schattenform legitimer Diskussion“ sei. Er erklärte, dass man bei Beschwerden und Untersuchungen alle Aspekte berücksichtigen müsse, anstatt jemanden lediglich als Antisemit oderin zu brandmarken, weil er ein bestimmtes Wort oder eine bestimmte Phrase benutzt hatte. Er führte die lange Geschichte der Antisemitismus-Tropen auf. Er sprach über die Tropen der gierigen und sparsamen Juden, die ihren Ursprung bei den mittelalterlichen jüdischen Geldverleihern fanden. Er erwähnte auch die Anschuldigungen des Blutlibel-Mythos, die völlig falsch waren, sowie die „lächerlichen“, betrügerischen und widerlegten Protokolle der Brüder von Zion. Eine jüngere Tropen war die Darstellung der Juden als moderne Nazis, was zeigte, wie sich der Antisemitismus nach dem Holocaust anpasste und fortbestand.

Heute bildete die Idee der kollektiven Schuld den fundamentalen Baustein des Rassismus. Rich erklärte, dass die Verantwortung der Juden für die Handlungen des Staates Israel die Rechtfertigung für Terroristen sei, die Juden weltweit töteten und gegen sie agierten. Die nächste Runde der Anhörungen begann am Montag, dem 25. Mai, und fokussierte sich auf das Verhalten der Sicherheitsbehörden.

AntisemitismusKommissionGeschichteIsrael

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