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Künstliche Intelligenz zum Leben erweckt: Russische Familien nutzen Technologie zur Erinnerung an Soldaten

Deepfakes von Soldaten und Verstorbenen polarisieren: Ethische und psychologische Debatten um den digitalen Nachhall

Russische Familien nutzten künstliche Intelligenz, um geliebte Menschen zu ‘resurrecten’, die im Krieg in der Ukraine starben. Diese Technologie erzeugte Bilder und Videos von Soldaten, die als Helden dargestellt wurden, was eine kontroverse Darstellung ihrer Opfer darstellte. Die Inhalte verbreiteten sich in den sozialen Medien und stießen auf scharfe Reaktionen, insbesondere von Ukrainern, die die Darstellung als unpassend empfanden.

Die Verbreitung von KI-generierten Inhalten, die russische Soldaten zeigten, gewann seit Mitte 2025 an Popularität. Oftmals wurden diese Bilder von Verwandten von Soldaten, die im Krieg kämpften, veröffentlicht. In fast allen Fällen wurden die Soldaten als Verteidiger ihres Landes und ihrer Angehörigen porträtiert. Die Zerstörung durch die russische Invasion blieb in diesen Darstellungen meist aus, was bei vielen ukrainischen Zuschauern Empörung auslöste.

Für einige trauernde Familien bot der KI-Inhalt eine Möglichkeit, ihre Verlust zu verarbeiten. In manchen Fällen wurden sogenannte Tiefenbilder von verstorbenen Personen bei Beerdigungen eingesetzt. Forscher äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich der langfristigen psychologischen und sozialen Auswirkungen dieser Technologie auf den Trauerprozess. Sie bemerkten, dass die Erstellung von ‘digitalen Bots’ oder Tiefenbildern von gefallenen Soldaten ethisch schwer zu beurteilen war.

Eine KI-Künstlerin, Anna Korableva, erklärte, ihr Projekt sei darauf ausgerichtet gewesen, Menschen bei ‘unvollendeten Abschieden’ zu helfen. Sie versuchte, die Emotionen von der technischen Umsetzung zu trennen, um die Bilder würdevoll zu gestalten. Obwohl die russische Regierung keine zuverlässigen Opferzahlen veröffentlichte, hatten Organisationen die Todesfälle von mindestens 225.000 Soldaten verifiziert. Die Qualität der KI-generierten Inhalte variierte stark, und die Produktionskosten waren gering, was es einigen Erstellern ermöglichte, erhebliche Gewinne zu erzielen.

Die Nutzung dieser Technologie wurde als Teil einer globalen ‘digitalen Nachwelt’-Industrie betrachtet. Experten sahen darin ein tiefgreifendes ethisches Problem, da die Visualisierungen den Schmerz der Betroffenen nicht linderten. Einige Nutzer äußerten, dass Technologie keinen Nutzen für die Akzeptanz des Verlustes bot. Dennoch sahen andere eine Verbindung – selbst wenn diese in einer virtuellen Welt existierte. Die Debatte um die Grenzen der Technologie und ihre Anwendung im Kontext von Krieg und Trauer blieb offen.

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