Die Reformen der Labor-Regierung zur Werbung für Glücksspiel wurden von Gegnern als Kapitulation und als halbherzig verurteilt. Die Liberale und die Grünen drängten auf eine konsequentere Durchsetzung von Verbotsmaßnahmen gegen das Wagern. Drei Jahre nach dem Murphy-Bericht, der ein vollständiges Werbeverbot empfahl, enttäuschten die vorgeschlagenen Reformen der Labor-Regierung den Parlamentsausschuss. Die Koalition, die Grünen und die übrigen Abgeordneten äußerten, dass die Änderungen zu schwach seien und es unklar blieb, ob der Gesetzesentwurf die notwendige parlamentarische Unterstützung finden würde.
Mehrere Liberale äußerten sich in ihren Parteitreffen und forderten härtere Maßnahmen. Simon Kennedy berichtete von persönlichen Erfahrungen und betonte, dass das Glücksspiel von Unterhaltung zu industriellem Schaden für zu viele Australier geworden war. Er erklärte, dass die Gesetzgebung der Labor-Regierung eine Kapitulation an die Glücksspiellobby darstellte und auf Werbung sowie den Schutz von Kindern und Jugendlichen mangelhaft sei.
Andere Abgeordnete kritisierten die vorgeschlagenen Regelungen scharf. Andrew Wallace, ein Liberale Abgeordneter, stellte fest, dass die Politik des ehemaligen Oppositionsführers Peter Dutton, die TV-Werbung eine Stunde vor und nach einem Sportereignis verbot, stärker gewesen sei als die entsprechende Maßnahme der Labor-Regierung. Er behauptete, der Plan der Regierung habe „so viele Löcher“ gehabt.
Die Reformen, die ab dem 1. Januar 2027 in Kraft treten sollten, unterlagen einer Konsultation. Sowohl die Glücksspielindustrie als auch die Organisationen zur Harmreduktion waren unzufrieden, da der Prozess nur wenige Wochen dauerte und sie wenig Zeit zur direkten Diskussion mit der Regierung erhielten. Die Kommunikationsministerin Anika Wells erklärte, die Reformen seien „bedeutend“, jedoch könne die Verzögerung der Umsetzung durch eine Senatsanfrage verursacht werden.
Die Grünen Senatorin Sarah Hanson-Young bezeichnete die Reformen als „halbherzig“ und forderte eine parlamentarische Untersuchung. Sie betonte, dass der Gesetzesentwurf die Belange junger Menschen und die ständige Bombardierung durch Werbeanzeigen durch die Glücksspielindustrie nicht ausreichend berücksichtigte. Die Regierung müsse eine klare Haltung einnehmen und die Lobby zurückweisen.
Die Regierung schlug vor, eine Abgabe auf Glücksspielunternehmen einzuführen, um eine neue öffentliche Werbekampagne für BetStop, das nationale Register zur Selbstausschluss von Spielern, zu finanzieren. Eine gesetzliche Überprüfung zeigte jedoch, dass dieses Programm zwar oft zur Reduzierung von Schadensfällen beitrug, dennoch Möglichkeiten existierten, für die BetStop-Nutzer weiterhin Wetten platzieren oder Werbeanzeigen zu erhalten.