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Wirtschaft

Labor-Haushalt: Junge profitierten, Mittelschicht litt

Analyse zeigt: Reformen halfen den jungen Menschen, aber die Mittelschicht blieb unberührt

Der fünfte Haushaltsentwurf der Labor-Regierung vollzog seine versprochenen Aufgaben: Er brachte den jungen und armen Menschen zugute, während die älteren und Wohlhabenden Verluste erlitten. Diese Schlussfolgerung ergab sich aus der Verteilungsanalyse, die von Ben Phillips, Professor für Sozialpolitik am Zentrum für Sozialpolitische Forschung der ANU, durchgeführt wurde.

Die ambitioniertesten Reformen von Premierminister Jim Chalmers zeigten jedoch wenig Potenzial für die vielen mittleren, einkommensstarken Australier, die zunehmend den populistischen Parteien wie One Nation folgten. Maßnahmen wie die Reduzierung des Kapitalertragssteuerausgleichs, die Abschaffung der negativen Abschreibung für Vermieter sowie eine Mindeststeuer von 30 Prozent auf Einkünfte aus diskretionären Trusts – die für Wohlhabende eine bevorzugte Steuerminimierungsmethode darstellten – gehörten zu einem Paket, das als Schlag gegen die intergenerationelle Ungleichheit konzipiert wurde.

Als Teil der Anstrengungen zur Entlastung der Arbeitnehmer erhielten Steuerzahler einen Abzug von 250 Dollar auf das verdiente Einkommen sowie eine sofortige Steuerabzugssumme von 1000 Dollar. Phillips modellierte die kombinierten Auswirkungen dieser Maßnahmen für das Finanzjahr 2026-27. Die Forschung zeigte, dass die Vorteile primär den Generationen Z und den Millennials zugutekamen, die eine durchschnittliche jährliche Einkommenssteigerung von 300 bis 400 Dollar erlebten. Die Haushalte der Babyboomer erlitten hingegen einen Verlust zwischen 500 und 1000 Dollar durch die Budgetänderungen.

Auch bei Vermögen und Einkommen zeigte sich ein ähnliches Muster. Die reichsten zwanzig Prozent der Haushalte erlebten eine Reduktion ihrer durchschnittlichen Einkünfte um etwa 1500 Dollar pro Jahr, während die ärmsten Haushalte durch die Maßnahmen leicht profitierten. Der deutlichste Unterschied zeigte sich bei jenen, die hauptsächlich auf „sonstiges“ Einkommen – aus Dividenden, Zinsen, Mieten und Kapitalerträgen – angewiesen waren. Diese Gruppe verlor nahezu 2400 Dollar ihres Jahreseinkommens, während Haushalte, die Einkommen auf anderen Wegen generierten, nur vernachlässigbare Veränderungen erlebten.

Die Analyse bestätigte, dass das Budget zwar progressiv war, aber nicht transformativ wirkte. Phillips bemerkte, dass die Auswirkungen für den Großteil der Bevölkerung „ziemlich gering“ blieben, geschätzt auf 1 bis 1,5 Prozent. Die Mehrheit der Menschen besaß keine negativ abgeschriebenen Immobilien und nutzte keine Kapitalertragssteuerrabatte. Darüber hinaus erlebte die Mittelschicht der Generation X den Druck, was zur Hinwendung zu populistischen Parteien führte. Dies deutete auf die Notwendigkeit weiterer politischer Schritte hin, wie beispielsweise breitere Einkommensteuersenkungen für die Mittelschicht im Kreditsegment vor der nächsten Wahl.

Schließlich zeigte sich eine geografische Ungleichheit: Während die Bewohner der wohlhabendsten Vororte von Sydney und Perth den größten Schaden durch die Budgetänderungen erlitten, bot das Budget für Menschen in Gebieten wie West-Sydney, die von Wohnungskrise und Armut betroffen waren, wenig Unterstützung.

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