Die Bundesregierung veröffentlichte ein Optionspapier zur Verbesserung der Regulierung von Buchhaltungs-, Prüfungs- und Beratungsfirmen in Australien. Diese Maßnahme erfolgte als Reaktion auf den jüngsten Skandal bei KPMG, bei dem Partner vertrauliche Kundeninformationen preisgaben und den Hinweisgeber, der die Unregelmäßigkeiten meldete, falsch behandelten. Die Vorgänge untergruben das Vertrauen in die Berufsstände und stellten die Widerstandsfähigkeit der Rahmenbedingungen in Frage, welche die Marktintegrität sichern sollten.
KPMG-Mitarbeiter gaben vertrauliche Daten von Lendlease und Optus an Kollegen weiter, die sich auf lukrative Prüfungsverträge bei Westpac, Dexus und Telstra beworben hatten. Mindestens drei Partner waren an dieser Informationsweitergabe beteiligt. Diese Verhaltensweisen führten zu Fragen hinsichtlich der Fairness und Ehrlichkeit einiger großer Beratungs- und Prüfungsfirmen in Australien.
Der stellvertretende Schatzmeister Daniel Mulino veröffentlichte am Mittwoch das Optionspapier. Es legte mögliche Schritte vor, um Qualitätsmanagement- und ethische Verpflichtungen für die großen Firmen einzuführen. Zudem wurden optionale Maßnahmen zur operativen oder strukturellen Trennung verschiedener Geschäftsbereiche vorgeschlagen. Konkret konnten die Partnerschaftsgrade reduziert, neue Governance-Regeln erlassen und eine obligatorische periodische Prüfung der Prüfdienstleistungen oder eine regelmäßige Rotation der Verträge eingeführt werden.
Ein unabhängiges Mitglied des Parlaments unterstützte die Forderung nach einer nationalen Kommission für frühkindliche Bildung und Betreuung, um die Versorgung und die Sicherheitsvorschriften im Sektor zu verbessern. Diese Kommission erhielt die Unterstützung von parlamentarischen Untersuchungen und verschiedenen Kinderbetreuungsgruppen. Die Forderung nach einer klaren zeitlichen Perspektive bei der Überprüfung der staatlichen Preisgestaltung für die Kinderbetreuung wurde ebenfalls laut.
Die Regierung zeigte damit den Willen, Vertrauen und Integrität wiederherzustellen. Dies sollte es den Regierenden, den Steuerzahlern und anderen Unternehmen ermöglichen, auf die Dienstleistungen großer Buchhaltungs- und Beratungsfirmen zu vertrauen.