Eine umfassende Untersuchung zeigte, dass eine langfristige Exposition gegenüber Straßenlärm mit einem erhöhten Risiko für Parkinson-Krankheit assoziiert war. Die Krankheit stellte eine fortschreitende Störung dar, bei der Teile des Gehirns im Laufe der Zeit Schaden nahmen und dadurch Bewegung und Gleichgewicht beeinträchtigt wurden. Die Forschung identifizierte potenzielle biologische Pfade, welche die Lärmbelastung mit Parkinson verbanden, primär durch Stressreaktionen und gestörte Schlafzyklen.
Die Forscher modellierten die Lärmexposition bei den Teilnehmern an ihren unterschiedlich exponierten Wohnbereichen und berechneten die Differenz der Geräuschpegel. Die Wirkung war zwar bescheiden, jedoch konsistent: an der am stärksten exponierten Fassade stieg das Risiko für Parkinson über den Studienzeitraum um drei Prozent pro 11,5 Dezibel Lärmzunahme. Die Ergebnisse lieferten somit einen messbaren Zusammenhang zwischen städtischem Verkehrslärm und der Entwicklung dieser neurologischen Erkrankung.
Die Studie, die 3,1 Millionen dänische Teilnehmer im Alter von 40 Jahren und älter umfasste und sie über achtzehn Jahre verfolgte, stellte die größte Erhebung über Straßenlärm und Parkinson dar. Sie nutzte nationale Gesundheitsregisterdaten, was die Validität der Erkenntnisse stärkte. Die Forschung etablierte den Lärm als einen glaubwürdigen Risikofaktor für Parkinson, was den Lärm aus dem Spekulationsbereich in den Bereich der nachweisbaren Risikofaktoren verschob.
Es wurde angenommen, dass chronisch gestörter Schlaf durch Lärmbelastung zu erhöhten Cortisolspiegeln, dem Stresshormon, führte. Experten betonten jedoch, dass die Studie keine direkte Kausalität beweisen konnte. Sie argumentierten, dass die beobachtete Assoziation unabhängig von Bildungs- oder Einkommensfaktoren bestand, was die Rolle des Lärms als allgemeiner Stressor unterstrich. Ein weiterer Forscher merkte an, dass die genaue Ursache des erhöhten Risikos schwer zu trennen sei, da viele andere Risikofaktoren für Parkinson mit niedrigem sozioökonomischem Status verbunden waren.
Der Befund zeigte zudem, dass ruhige Bereiche innerhalb des Wohnraumes die Verbindung zwischen der Lärmexposition und dem erhöhten Krankheitsrisiko mildern konnten. Dies deutete darauf hin, dass die räumliche Verteilung des Lärms eine wichtige Rolle spielte. Die Ergebnisse veranlassten Experten dazu, die Aufmerksamkeit auf die Reduzierung des Lärms auf Hauptverkehrsstraßen zu lenken, um die öffentliche Gesundheit zu schützen.