David Lammy, der Justizsekretär, versprach eine Reduzierung der Anzahl von Kindern, die während des Gerichtsverfahrens in Haft gehalten wurden. Diese Maßnahme bildete Teil einer umfassenden Überarbeitung der Regeln der Jugendjustiz, welche auch die Möglichkeit zur Aufhebung lebenslanger Verurteilungen für Minderjährige unter achtzehn Jahren umfasste. Lammy veröffentlichte am Montag ein Weißbuch, in dem er erklärte, dass diese Reformen die Zahl der Jugendlichen in Haft verringern sollten, eine Sorge, die ihm persönlich aus seiner Kindheit in Tottenham bekannt war.
Lammy argumentierte, dass die Inhaftierung von Kindern sie wahrscheinlicher für zukünftige Straftaten machte. Er betonte, dass auch kurze Haftstrafen bleibende Schäden an den Leben junger Menschen verursachten und sie in ihren prägenden Jahren störten. Er erklärte, dass für die schwerwiegendsten Vergehen die Inhaftierung zum Schutz der Öffentlichkeit unumgänglich bliebe, jedoch für viele Jugendliche eine kurze Zeit in der Haft irreversible Folgen hatte und sie einer weiteren Gewalt und kriminellen Beeinflussung aussetzte.
Die Maßnahmen, die Lammy vorstellte, umfassten eine finanzielle Aufstockung von fünfzehn Millionen Pfund pro Jahr zur Finanzierung von Teams, die mit Jugendlichen, die ein hohes Risiko für Straftaten darstellten, zusammenarbeiteten, beispielsweise bei Verhaltensauffälligkeiten. Zudem versprach er eine Reduzierung der Nutzung der Inhaftierung zur Sicherung von Verfahren für Minderjährige um fünfundzwanzig Prozent bis zum Ende der Legislaturperiode. Er erlaubte Richtern eine breitere Palette an Gemeinschaftsstrafen, um die Zahl der inhaftierten Kinder weiter zu senken.
Des Weiteren plante Lammy die Einführung einer neuen Straftat zur Kinderkriminalitätsexploitation, welche Erwachsene bestrafen sollte, die Kinder zur Begehung von Verbrechen anstießen. Sein Ministerium experimentierte zudem mit sogenannten Jugendinterventionen, bei denen Richter und Fachkräfte individuell zugeschnittene Pläne für junge Menschen erstellten. Diese Pläne konnten die Einhaltung gesundheitlicher oder bildungsbezogener Anforderungen fordern und gleichzeitig eine enge Überwachung zur Verhinderung erneuter Vergehen beinhalten.
Lammy leitete auch eine Konsultation zur Frage ein, ob Kinder für den Rest ihres Lebens Strafregisterauszüge offenlegen mussten. Er kritisierte dies in seiner Überprüfung des Justizsystems für schwarze, asiatische und Minderheitengruppen. Er betonte, dass Fehler, die in der Kindheit begangen wurden, nicht zu lebenslangen Verurteilungen und verlorenen Chancen führen durften. Statistiken des Justizministeriums zeigten, dass achtzig Prozent der kriminellen Verurteilten ihre erste Straftat als Kind begingen, während zwei Drittel der aus der Haft entlassenen Personen innerhalb eines Jahres erneut Straftaten begingen.