Ein produktiver Filmproduzent, dessen Projekte Kelsey Grammer und Anna Chancellor in „Four Weddings and a Funeral“ beinhalteten, sah sich mit der zwangsweisen Entfernung zahlreicher seiner Produktionsunternehmen aus dem britischen Handelsregister konfrontiert. Alan Latham sah 50 seiner Filmgeschäfte von Companies House auflösen. Diese Maßnahme erfolgte, weil die Unternehmen bestimmte gesetzliche Pflichten vernachlässigt hatten. Die Arbeitergewerkschaft Bectu sammelte die Daten, die diese Auflösung dokumentierten.
Eine zwangsweise Auflösung trat ein, wenn Companies House ein Unternehmen wegen Nichterfüllung bestimmter rechtlicher Verpflichtungen auflöste. Dies umfasste das Ignorieren von Warnungen zur Einreichung jährlicher Rechnungen oder von Angaben über die Aktionäre. Die Nichteinreichung dieser Unterlagen fror eine Straftat dar, weshalb betroffene Firmen häufig entfernt wurden. Sobald ein Unternehmen jedoch aus dem Register entfernt wurde, existierte kein rechtliches Subjekt mehr, gegen das Gläubiger Ansprüche geltend machen konnten. Filmarbeiter berichteten der Zeitung, sie konnten somit keine ausstehenden Forderungen von Lathams früheren Unternehmen eintreiben.
Eines der Unternehmen von Latham, City Girls Productions, diente der Produktion des Films City Girls, der 2021 in Yorkshire gedreht wurde, doch die Produktion brach aufgrund einer COVID-19-Infektion eines Schauspielers ab. Ein Crewmitglied berichtete, dass sie unter vielen jungen Filmarbeitern stand, die nicht vollständig bezahlt wurden. Sie beschrieben die Situation als Ausbeutung, wobei sie empfanden, dass junge Menschen als „Cashflow“ genutzt wurden, ohne dass sie zustimmten oder wussten, dass dies die Arbeitsweise der Produzenten war.
Ein weiterer Lieferant, der an einem unvollendeten Latham-Film namens Rufus Kane arbeitete, erklärte, dass sein Unternehmen von der Produktionsfirma RK Film Productions Tausende von Pfund schuldet. Er berichtete, dass man alle Ausreden nutzte, um nicht bezahlt zu werden, und dass sie gezwungen waren, die Schulden abzuschreiben. City Girls Productions und RK Film Productions wurden 2024 bzw. 2025 von Companies House aufgelöst. Die Analyse von Bectu zeigte, dass Latham während seiner Zeit als Direktor insgesamt 50 Firmen entfernt wurden. Die Unternehmen hatten über 400 Mal entweder Jahresrechnungen oder Bestätigungserklärungen versäumt einzureichen.
Die Häufigkeit der Eingriffe zur Auflösung von Lathams Firmen ließ Fragen aufkommen, ob er die Auflösung einer großen Anzahl seiner Unternehmen geplant hatte. Diskrete Unternehmen, oft als Sonderzweckgesellschaften bezeichnet, wurden routinemäßig gegründet, um ein einzelnes Projekt zu verwalten, und blieben oft jahrelang im Geschäftsbetrieb, um Lizenzgebühren einzutreiben. Latham blieb laut den Daten von Companies House Direktor von etwa 50 aktiven Unternehmen. Er wurde als Produzent von 81 Veröffentlichungen gelistet, die bis 1996 zurückreichten.