In Montargis, einer kleinen französischen Stadt, erlebte Marine Le Pen eine erneute Dynamik in der französischen Politik. Trotz ihrer rechtlichen Probleme startete sie eine Kandidatur für das Präsidentschaftswahlverfahren der Nationalliberale (RN). Ein pensionierter Dekorateur, Jean-Antoine, äußerte die Ansicht, dass Politiker stets Schurken seien und diese Tatsache ein fester Bestandteil des Lebens sei. Er glaubte, dass die Wähler für die Figur der rechten, anti-immigrativen Partei die jüngste Entscheidung des Berufungsgerichts über Le Pens Missbrauch von EU-Parlamentsmitteln wenig interessiere.
Die Verurteilung von Le Pen für den Veruntreuung von über 2,8 Millionen Euro durch einen Betrug mit unerreichtem Umfang und Dauer zwischen 2004 und 2016 wurde vom Gericht gefällt. Die Strafe sah eine einjährige elektronische Fußfessel und eine Hausarrest an. Die Berufungsrichter verkürzten diese Einschränkungen jedoch. Dies erlaubte ihr eine Wiederaufnahme des Präsidentenwettbewerbs, der im kommenden Jahr entschieden werden sollte. Le Pen versprach, Berufung beim höchsten Gericht Frankreichs einzulegen, was ihre Verurteilung und Strafe effektiv aufschob, während sie ihre Kampagne vorführte.
Die lokale Unterstützung für die RN wuchs signifikant. In Montargis triplierte die Zahl der Kommunalräte, die die Partei und ihre Verbündeten kontrollierten. Jean-Antoine bemerkte, dass die Menschen eine Veränderung wünschten. Ein lokaler Antiquitätenhändler äußerte, dass die Wähler Le Pen weiterhin wählen würden, weil ein massiver Druck für Wandel bestand. Er argumentierte, dass die rechtliche Behandlung von Le Pen im Vergleich zu einer linken Politikerin ungerecht gewesen sei.
Die politische Konsequenz der Kandidatur betraf auch ihren Stellvertreter, Jordan Bardella. Bardella, der die Wählerschaft der RN durch die Ansprache bürgerlicherer, einkommensstärkerer Wähler erweitert hatte, trat nicht in Le Pens Rolle an. Eine chiropraktikerin äußerte ihre Enttäuschung über die Nichtkandidatur Bardellas. Eine weitere Abstimmende befürchtete, dass die Verurteilung Le Pen als Bremse für ihre politische Karriere dienen könnte.
Die öffentliche Debatte fokussierte sich auf die gesellschaftlichen Spaltungen. Eine Mutter äußerte ihre Sorge vor tiefen gesellschaftlichen Gräben und der zunehmenden Offenheit des Rassismus. Sie befürchtete, dass die wachsende Präsenz Le Pens in der Kampagne die Gesellschaft polarisierte. Sie betonte, dass der Rassismus zunahm und dass Menschen ihre Herkunft oder Hautfarbe nicht wählen sollten.