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Wirtschaft

Lebenshaltungskostenkrise: Energiepreise trieben die Inflation in Großbritannien

Offizielle Zahlen zeigten einen Anstieg der Inflationsrate; Zentralbank erwog die Zinserhöhung

Die britischen Haushalte erlebten eine erneute Belastung durch die steigenden Lebenshaltungskosten. Offizielle Zahlen erwarteten diese Woche, dass die explodierenden Energiekosten die Inflation im Juli auf fast 3 Prozent trieben. Angesichts der anhaltenden Spannungen im Iran-Krieg, welche die globalen Energiemärkte erschütterten, prognostizierten Ökonomen, dass der Anstieg der Gas- und Stromrechnungen in Großbritannien die Headline-Inflationsrate auf 2,9 Prozent steigerte.

Die Daten des Office for National Statistics (ONS), die am Mittwoch veröffentlicht wurden, zeigten einen Sprung von einer Inflationsrate von 2,6 Prozent im Juni auf die prognostizierte Rate von 2,9 Prozent. Dies resultierte aus der Erhöhung der Obergrenze für die Gas- und Stromrechnungen durch Ofgem im Juli um 13 Prozent. Experten bemerkten, dass diese Maßnahme die Headline-Inflation um etwa 0,44 Prozentpunkte erhöhte, wobei ein Teil dieser Steigerung durch sinkende Preise für Benzin und Diesel kompensiert wurde.

Die jüngsten Wirtschaftsdaten zeigten zudem eine gewisse Widerstandsfähigkeit der britischen Wirtschaft. Offizielle Zahlen berichteten, dass die Wirtschaft im ersten Halbjahr 2026 mit der schnellsten Geschwindigkeit der G7 wuchs. Die Inflation sank im Juni zudem stärker als erwartet auf 2,6 Prozent, was einen Rückgang gegenüber dem Höchststand von 3,8 Prozent des Vorjahres darstellte. Zuvor war davon ausgegangen, dass die Inflation vor dem Ausbruch des Iran-Krieges nahe 2 Prozent liegen würde.

Dennoch warnten Ökonomen davor, dass die Auswirkungen des Konflikts in der zweiten Jahreshälfte stärker gewogen würden, insbesondere nach der Erhöhung der Energiepreisobergrenze. Die Bank of England erwogte als Reaktion auf die hartnäckig hohe Inflation, die in der Wirtschaft verankert wurde, eine Zinserhöhung ab September. Die Zentralbank prognostizierte, dass die britische Inflation vor Jahresende 3,2 Prozent erreichen würde, trotz der staatlichen Maßnahmen zur Milderung der Belastung.

Die Regierung von Andy Burnham nutzte seine erste Woche als Premierminister, um eine Reihe von Maßnahmen zur Entlastung der Bürger vorzuschlagen. Dazu gehörten die Senkung der Mehrwertsteuer zur Reduzierung der Stromrechnungen um durchschnittlich 45 Pfund pro Jahr ab Oktober sowie eine Obergrenze für Busfahrkarten in England. Dennoch behielt die Threadneedle Street die Kreditkosten im letzten Monat unverändert, da sie warnte, dass ein Worst-Case-Szenario – eine weitere Eskalation des Nahen Ost-Konflikts – die Inflation bis Mitte 2027 auf 4,5 Prozent treiben konnte.

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