FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Wissenschaft

Lehrer fordern Streik angesichts extremer Hitze in französischen Schulen

Unions kritisieren mangelnde Infrastruktur und unzumutbare Arbeitsbedingungen während der Prüfungszeit

Lehrerverbände riefen zu Streiks auf, da die Schulen in Frankreich während einer schweren Hitzewelle Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius ausgesetzt waren. Die Gewerkschaften beklagten eine „inakzeptable Arbeitslage“ und wiesen auf die Gefahr für die Gesundheit von Lehrkräften und Schülern hin. Mehrere Bildungsgewerkschaften veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung und verurteilten den Regierungsapparat für einen „offensichtlichen Mangel an Vorbereitung“.

Die Hitze zwang die Bildungseinrichtungen zu drastischen Maßnahmen. Behörden schlossen 3.500 Schulen, die als zu gefährlich erachtet wurden, und reduzierten die Unterrichtszeiten an weiteren 10.000 Schulen. Viele Schulgebäude und deren Außenbereiche waren für extreme Temperaturen nicht konzipiert. Viele Bauten besaßen keine ausreichende Isolierung und verfügten über keine Klimaanlagen. Viele Schulen bestanden aus großen Fenstern und litten unter fehlenden Außenschutzelementen, wodurch die Klassenzimmertemperaturen über 30 Grad Celsius oder sogar 40 Grad Celsius stiegen.

In Grund- und Vorschulen mussten Lehrkräfte Vorhänge schließen und Kinder mit Wasser besprühen, um sie abzukühlen. Frankreich kämpfte damit, seine Schulgebäude für die Prüfungszeit anzupassen, während Hunderttausende von Jugendlichen in der Hitzewelle nationale Tests absolvierten. Der Bildungsminister Édouard Geffray erklärte, dass die „Brevet“-Prüfungen, bei denen über 850.000 fünfzehnjährige Schüler begannen, trotzdem stattfanden. Er versprach, die Prüfungen in den Morgenstunden abzuhalten und die Sitzplätze zu verteilen, um weniger Schüler pro Raum zu ermöglichen.

Dennoch berichteten Schüler und Prüfer, dass einige schwach wurden und sogar von Schulpflegern behandelt werden mussten. Die Schüler beklagten zudem, dass sie in ihren oft hitzeanfälligen Wohnungen keine ausreichende Lernumgebung fanden. Die Region Île-de-France stellte zudem ein Notfallprogramm in Höhe von einer Million Euro bereit, um den Prüfungszentren Kühlanlagen und Ventilatoren zu beschaffen. Geffray argumentierte, dass es für viele Kinder sicherer sei, in einer heißen Schule zu sein, als in überhitzten Wohnungen. Er befürwortete die Anpassung der Schulaktivitäten, wenn die Wohnsituation unzumutbar war.

Die Gewerkschaften forderten jedoch eine vollständige Überarbeitung der Schulgebäude und des Prüfungsplans, um zukünftige Hitzewellen besser bewältigen zu können. Sie betonten, dass die bestehenden Strukturen nicht für die Herausforderungen des Klimawandels geeignet waren.

FrankreichHitzeBildungStreikKlimawandel

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp