Der Leiter eines führenden russischen Drohnenherstellers erlitt bei einem Autoverbomben in der Nähe von Ekaterinburg schwere Verletzungen. Das Ereignis stellte mutmaßlich den jüngsten Versuch dar, Persönlichkeiten zu ermorden, die mit dem Krieg Russlands in der Ukraine in Verbindung standen.
Vladimir Tkachuk, Gründer des privaten Drohnenherstellers Uraldronzavod, wurde am Mittwoch nach dem Explosionen einer Bombe unter seinem Mercedes auf die Intensivstation gebracht. Laut russischer Staatsmedien berichteten die Dienste von Notfalldiensten über seinen kritischen Zustand, während Ärzte versuchten, sein Leben zu retten. Der Leibwächter von Tkachuk starb bei der Explosion.
Uraldronzavod gehörte zu jenen privaten Drohnenherstellern, die nach der umfassenden Invasion der Ukraine in Russland entstanden. Das Unternehmen war bekannt für die Produktion der Upyr, einer kostengünstigen Aufklärungsdrohne, die mittels 3D-Drucktechnologie hergestellt wurde und von russischen Streitkräften in der Ukraine weit verbreitet eingesetzt wurde. Tkachuk hatte 2024 einen Besuch des Werks durch den Präsidenten Wladimir Putin.
Sowohl Uraldronzavod als auch Tkachuk erlitten Sanktionen seitens westlicher Regierungen wegen ihrer Unterstützung des Krieges Russlands. Darüber hinaus gründete Tkachuk den populären prokriegerischen Telegram-Kanal „Obsessed with War“, welcher über fünfhunderttausend Anhänger besaß und zur Beschaffung militärischer Ausrüstung für russische Soldaten diente.
Die russischen Behörden konnten den mutmaßlichen Zielort des Angriffs nicht identifizieren. Pro-Kremliner Blogger und unabhängige russische Medien vermuteten jedoch, dass der Angriff auf den Kolonell General Aleksandr Chayko, den Kommandeur der russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte, gerichtet war. Es wurde berichtet, dass Chaykos Schwiegersohn Daniil Peredrya unter den Opfer gehörte.
Die ukrainischen Geheimdienste nutzten bereits seit Beginn der umfassenden Invasion eine Reihe von Taktiken innerhalb Russlands, darunter das Pflanzen von Sprengsätzen unter Fahrzeugen, die ferngesteuert detoniert werden konnten. Der jüngste Attentat demonstrierte die Fähigkeit der Ukraine, ihre geheimen Operationen tief in russisches Territorium fortzusetzen. Es verstärkte die Überprüfung der inneren Sicherheitsapparate Russlands und zeigte dessen Unfähigkeit, hochrangige Funktionäre und prokriegerische Figuren zu schützen.