Die lettische Premierministerin Evika Silina trat nach einer politischen Krise zurück. Der Konflikt entzündete sich um ukrainische Drohnen, die in die lettische Luftraumzone stießen und auf Russland zielten. Die Eskalation führte zur Entlassung des Verteidigungsministers Andris Spruds, woraufhin seine Partei die Regierungskoalition unterstützte. Diese Abspaltung verursachte den Zusammenbruch der Regierung monatelang vor dem geplanten Wahltermin im Oktober.
Der Auslöser der politischen Verwerfung waren drei Drohnen, die am 7. Mai in den lettischen Luftraum eindrangen. Beide Länder, Lettland und Ukraine, erkannten an, dass es sich um ukrainische unbemannte Luftfahrzeuge handelte, deren Signale gestört wurden und sie somit in Lettland abdrifteten. Eine Drohne stürzte auf dem Boden auf, eine weitere traf eine leere Ölproduktlagerstätte nahe Rezekne, während die dritte in den Luftraum ein- und ausflog. Es kam zu keinen Verletzungen, doch lokale Bewohner berichteten den Medien, dass die offizielle Reaktion auf den Vorfall verzögert und unzureichend gewesen war.
Silina erklärte nach dem Vorfall: „Etwas ging schief. Wir konnten uns diese Situation nicht leisten, dass sie fortgesetzt wurde.“ Sie forderte zudem den Rücktritt von Spruds aufgrund der allgemeinen Lage im lettischen Verteidigungssektor. Silina betonte, dass die Verteidigungslage eine klare Verantwortung gegenüber der Gesellschaft erfordere. Lettland investierte fünf Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in die nationale Verteidigung.
Präsident Edgars Rinkevics kündigte an, eine neue Regierung schnellstmöglich zu bilden. Evika Silina wurde im September 2023 als Premierministerin ernannt und leitete eine vierparteienige Koalition. Ihre Regierung zeigte sich durchgehend in der Unterstützung der Ukraine gegen Russland. Die baltischen Staaten, darunter Lettland, Litauen und Estland, empfanden zunehmend Nervosität angesichts potenzieller russischer Aggressionen. Sie beschleunigten ihre Verteidigungsfähigkeiten signifikant und führten das obligatorische Militärdienstsystem ein, ein Jahr nach dem umfassenden Angriff Russlands auf die Ukraine.