Eine in Sydney neu gestaltete, ehemalige Kirche, die als Ort für eine LGBTQ+-Veranstaltung diente, musste ihre Programme absagen. Der Landbesitzer verhängte ein Verstoßgesuch gegen die Veranstaltung, da religiöse Gruppen gegen die Eröffnung protestierten und die Nutzung als „beleidigende Geschäftstätigkeit“ ansahen.
Die Divine Playhouse eröffnete mit der Absicht, einen sicheren und inklusiven Raum für Künstler zu schaffen. Das 150 Jahre alte Gebäude, das in den 1930er Jahren deconsekriert wurde, hatte später als Kinder- und Theatergebäude gedient. Die neue Nutzung führte zu Kontroversen, als die Veranstaltung ihren Namen kurzfristig änderte, nachdem Bedenken aus der christlichen Gemeinschaft geäußert worden waren.
Gruppen wie Fit for the Kingdom und die Christian Brotherhood the Prodigal Sons erklärten, dass die Einrichtung den religiösen Glauben verspottete. Sie versammelten sich am Mittwochabend dort und forderten die Regierung von New South Wales auf, einen Zuschuss von hunderttausend Dollar, den die Divine Playhouse von der Kunstagentur Create NSW erhielt, zurückzuziehen.
Am darauffolgenden Tag sandte der Landbesitzer ein Verstoßgesuch an den Veranstalter Heaps Gay Events. Dieser behauptete, die Tätigkeit habe die religiösen Überzeugungen von Millionen christlicher Australier beleidigt und verspottet. Der Verstoßgesuch forderte die sofortige Einstellung der Tätigkeit und gewährte zwei Tage zur Beendigung.
Die Playhouse stoppte die Wochenendveranstaltungen, und die Zukunft des Veranstaltungsortes blieb ungewiss. Die Instagram-Konten der Divine Playhouse und Heaps Gay wurden aufgrund der Beschwerden gelöscht. Der Verstoßgesuch betonte, dass die Geschäftstätigkeit Verärgerung und Störung für Eigentümer angrenzender Grundstücke und die allgemeine Öffentlichkeit verursachte.
James Thorpe, Gründer der Organisation Odd Culture Group, äußerte sich tief besorgt über die Situation. Er betonte, dass Freiheit nicht bedeute, das Recht zu haben, seine Überzeugungen zu äußern und gleichzeitig Stille von allen zu fordern, die anderer Meinung waren. Er unterschied die Rechte von queeren Künstlern, die Kunst schaffen durften, die konfrontativ und beleidigend sei.
Die stellvertretende Bürgermeisterin von Sydney, Jess Miller, unterstützte diese Ansicht. Sie beschrieb den Raum als einen Ort der Gemeinschaft, wo durch gemeinsame Erfahrungen „Kathedralengemeinschaften“ entstanden seien. Die Veranstalter betonten, dass sie keine Stille suchten, sondern die tiefe Verletzung ihrer Glaubensgemeinschaft hervorheben wollten.
Die religiösen Gruppen erwarteten, am Freitag in der Divine Playhouse zusammenzukommen, um für die Seelen der Menschen hinter der Entweihung zu beten. Die Stadt Sydney erwog eine Neuentwicklung der Kirche in luxuriöse Wohnungen, was die zukünftige Nutzung des historischen Gebäudes weiter in den Fokus rückte.