Eine Kreuzfahrtgesellschaft für die Gemeinschaft der queeren Menschen erlitt eine Verweigerung des Zugangs zu Ägypten. Dies geschah kurz nach der Sperre durch die Türkei. Die Passagiere der ‚Scarlet Lady‘, darunter die Broadway-Darstellerin Patti LuPone, erkannten am Donnerstagmorgen eine Notiz unter ihren Kabinentüren. Diese informierte sie darüber, dass die Schiffslinie dringend nach alternativen Häfen suchte.
Rich Campbell, der Geschäftsführer von Atlantis Events, der die Virgin Voyages-Schiff charterte, teilte den Passagieren mit, dass die ‚Scarlet Lady‘ den Zugang zu ägyptischen Gewässern verweigert wurde und somit keine Anbindung an Alexandria mehr möglich war. Campbell bedauerte die Entscheidung, da die Tour für viele Passagiere von großer Bedeutung gewesen war und eine ähnliche Route im Vorjahr ohne Probleme befahren worden war.
Die Reise nach Ägypten war bereits eine Änderung der geplanten Tour, die hastig arrangiert wurde, nachdem das Schiff von der Türkei verbannt worden war. Eine offizielle Begründung für die Entscheidung der ägyptischen Regierung wurde noch nicht genannt. Die Sperre durch die türkischen Behörden erfolgte, nachdem eine Erklärung veröffentlicht worden war, die besagte, die Kreuzfahrt sei von Gruppen chartert worden, deren Verhaltensweisen nicht mit der Struktur der Gesellschaft und den moralischen Werten übereinstimmten.
Die Behörden gaben an, dass die Ankunft des Schiffes aufgrund „erheblicher öffentlicher Besorgnis“ abgesagt worden sei. Es existiere keine Möglichkeit für die betreffende Gruppe, für eine solche Veranstaltung in dieser Provinz zu reisen. Randy Slovacek, der auf der Kreuzfahrt anwesend war, betonte, dass Atlantis in seiner dreißigsechsjährigen Geschichte nie ein Schiff verwehrt wurde. Er äußerte sich jedoch pessimistisch über die Entwicklung: „Ich befürchte, dass andere Länder nun ermutigt werden, auch queere Kreuzfahrten aus ihren Häfen zu verbieten.“
Kyle Olsen, Eigentümer von Hermes Holidays, äußerte seine Sorge, dass die Entscheidung der Türkei die ägyptische Maßnahme ausgelöst hatte. Er befürchtete, dass andere Staaten daraufhin ebenfalls Maßnahmen ergreifen würden. Olsen betonte jedoch, dass die Ansichten der Regierung nicht zwangsläufig die Ansichten der Bevölkerung widerspiegelten. Er merkte an, dass die Menschen in der Türkei und Ägypten stets warmherzig und einladend seien.
Die ägyptische Stopp war für die Passagiere ein Höhepunkt der Reise gewesen, und die Möglichkeit, die Pyramiden und Museen zu besichtigen, war nun in Ungewissheit geraten. Das Schiff wurde nun ein zweites Mal umgeleitet und würde am Freitag in Chania, Kreta, und am Sonntag in Montenegro anlegen. Campbell bezeichnete die türkische Entscheidung als „erstaunlich“ und merkte an, dass die Begründung darin lag, dass es sich um eine queere Gruppe handelte. LuPone äußerte ihren Schock über die Nachricht und zeigte sich wütend, betonte aber, dass sie mit der Reise fortfahren würde und für alle Passagiere auf dem Schiff auftreten würde.