Der liberale Abgeordnete Dan Tehan erklärte, dass keine formellen Gespräche über eine Koalition mit One Nation geführt wurden. Er betonte, dass er keine Allianz mit der Partei One Nation wünschte, obwohl ranghöhere Kollegen engere Beziehungen zu Pauline Hanson suchten. Um dies zu verdeutlichen, äußerte Tehan, dass er sich für eine Koalition zwischen der Liberalen Partei und der Nationalen Partei einsetzte. Er behauptete, dass eine Koalitionsform mit One Nation nicht einmal diskutiert worden war.
Innerhalb der Liberalen und Nationalen Parteien entstanden jedoch Meinungsverschiedenheiten darüber, ob sie One Nation bekämpfen oder stattdessen enge Verbündnisse oder eine lockere Zusammenarbeit suchten. Einige Abgeordnete versprachen einen Kampf gegen Hanson’s Partei, während andere Vorschläge für eine Sitzverteilung unterbreiteten. Der Senator Bridget McKenzie der Nationalen Partei schlug vor, One Nation bei Wahlen in Labor-Parteizweckkreisen zu unterstützen. Auch der ehemalige Premierminister Tony Abbott unterstützte Präferenzvereinbarungen mit One Nation.
Die Umfragen zeigten eine enge Konkurrenz zwischen One Nation und der Labor-Partei um die primäre Stimme. Die Koalition hingegen kämpfte um ihre Position. Experten vermuteten, dass die Aufteilung der konservativen Wählerschaft zwischen One Nation und der Koalition es den Liberalen und Nationalen erschwerte, eigenständig in die Regierung zurückzukehren. Dies wurde zusätzlich durch die Erwartung verstärkt, dass One Nation bei der nächsten Wahl zahlreiche Sitze gewinnen konnte, primär auf Kosten der Mitglieder der Koalition.
Auf Nachfrage bezüglich der politischen Entwicklung äußerte Tehan, dass die Koalition weiterhin die Labor-Partei wegen ihrer Versäumnisse, die Regelungen zu negativen Abschreibungen oder den Kapitalertragsteuern nicht zu ändern, kritisierte. Er betonte, dass die Richtlinien der Partei, insbesondere in Fragen der Migration, durch den Parteibereich und nicht durch die Exekutive festgelegt wurden. Tehan erklärte, dass der Parteibereich stets die politische Agenda bestimmte.
Premierminister Anthony Albanese kritisierte die Versuche der rechten Parteien, sich als „Achse der Beschwerde“ darzustellen. Er stellte fest, dass das Problem nicht die Markenbildung der Gegner sei, sondern ihre politischen Inhalte. Er beendete seine Äußerungen mit der Feststellung, dass der grundlegende Gegensatz in der australischen Politik unverändert blieb: Die Gegner definierten sich stets über das, gegen was sie standen.