Fünf Personen wurden in Liberia angeklagt, nachdem über zweihundert Kilogramm Kokain beschlagnahmt worden war. Die Behörden verhängten die Anklage im Zusammenhang mit einer der größten Drogenbeschlagnahmungen in der jüngeren Geschichte des Landes. Die Polizei fand die Sendung, die fälschlicherweise als Maggi-Gewürzkügelchen deklariert wurde, am internationalen Flughafen in Monrovia am achten Juni. Der Wert der Sendung belief sich auf 19 Millionen Dollar.
Insp. Gen. Gregory Coleman erklärte, dass es sich um eine ernste grenzüberschreitende Kokain-Handelsoperation handelte. Diese Operation nutzte das Luft- und Logistiksystem Liberias als Kanal für organisierte Kriminalität. Coleman betonte, dass sein Team Beweise fand, welche die Sendung mit einer ähnlichen Lieferung in Mai in Verbindung brachten.
Die Nachricht von der Drogenbeschlagnahmung löste in Liberia Aufruhr aus und zwang Präsident Joseph Boakai zu einer gemeinsamen Untersuchung durch die Polizei und die nationale Anti-Drogenbehörde. Boakai erklärte damals, dass Liberia nicht als sicherer Hafen, Transitpunkt, Lagerhaus, Finanzzentrum oder operativer Stützpunkt für kriminelle Netzwerke im Drogenhandel dienen würde.
Die Verzögerung bei der Nennung der Verdächtigen führte jedoch zu Spannungen im Parlament. Coleman wurde zu einer Sonderausschussanhörung gerufen, was Spekulationen über eine mögliche Manipulation der Untersuchung zur Wahrung mächtiger Liberianer Bevölkerungsgruppen hervorrief. Am Samstag verkündete Coleman, dass sein Team Beweise fand, welche die Komplizenschaft der Logistikfirma, die die Sendung handhabte, aufzeigten.
Er nannte anschließend die Verdächtigen, die wegen Transport, Besitz und illegalen Handels kontrollierter Substanzen sowie krimineller Verschwörung angeklagt wurden. Der Hauptverdächtige, der Operationsmanager der Firma, befand sich nun in Monrovia in Haft. Coleman teilte mit, dass Verhaftungsbefehle in Zusammenarbeit mit Interpol für die anderen Verdächtigen ausgestellt wurden.
Zudem veröffentlichten die Staatsanwaltschaften die niederländische Telefonnummer eines in Großbritannien ansässigen Verdächtigen sowie seine Wohnadresse mit einem Postleitzahlenbereich aus Birmingham. Diese Beschlagnahmung verstärkte die Berichte, dass Westafrika, eine Region mit porösen Land- und Seegrenzen, zu einem wichtigen Stagingpost für den Verkehr von Drogen zwischen Südamerika und Europa geworden war.